Berufshaftpflicht für Steuerberater

Berufshaftpflicht für Steuerberater auf besttarif.org

Inhalt dieses Artikels

    In der Bundesrepublik Deutschland ist der selbstständige Steuerberater dazu verpflichtet, seine beratende Tätigkeit für seine Mandanten durch eine Berufshaftpflichtversicherung abzusichern. Nur mit dem Nachweis einer solchen Berufshaftpflichtversicherung kann die Zulassung als Steuerberater beantragt und die berufliche Tätigkeit aufgenommen werden. Im Folgenden werden Gründe beschrieben, warum der Schutz durch eine Berufshaftpflicht für Steuerberater so wichtig ist, dass der Staat sie zur Pflichtversicherung ernennt. Zudem werden wichtige Punkte genannt, die für eine optimale Berufshaftpflichtversicherung von Bedeutung sind und einen Versicherungsvergleich nützlich machen.

    1. Das Haftungsrisiko als Argument für die Berufshaftpflichtversicherung

    Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist die Haftung gesetzlich geregelt, um diejenigen zu schützen, denen ein anderer einen Schaden zufügt. Laut §823 BGB hat jeder Verursacher eines Schadens, der einem Dritten entstanden ist, die Kosten für de Behebung des Schadens beziehungsweise einen Schadenersatz zu tragen. Neben dem privaten Bereich betreffen Haftungsrisiken in besonders hohem Maße auch die beruflichen Tätigkeiten und vor allem bei beratenden Berufe kann es durch Beratungsfehler sehr schnell zu immensen Schäden führen. Gerade Steuerberater tragen ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber ihren Kunden, weil das Steuersystem sehr umfassend und schwierig ist, dass auch nur der kleinste Fehler zu finanziellen Verlusten oder Mehrbelastungen des Mandanten führen kann. Für die dann als Vermögensschäden bezeichneten Schäden muss der Steuerberater aufkommen. Da er als selbstständiger Steuerberater auch mit dem gesamten privaten Vermögen haftet, können versehentliche Fehler in der Betreuung des Mandanten zu großen finanziellen Problemen führen, die schnell auch das berufliche Aus des Steuerberaters zur Folge haben können. Um sich davor zu schützen ist der Abschluss einer Berufshaftpflicht unverzichtbar.

    2. Die Schutz einer Berufshaftpflichtversicherung

    Im Rahmen der Berufshaftpflichtversicherung werden vom Versicherer alle Vermögensschäden übernommen, die aufgrund der Tätigkeit des Steuerberaters seinen Mandanten entstehen. Da keinerlei Sach- oder Personenschäden abgesichert sind und lediglich Vermögensschäden übernommen werden, spricht man in der Regel bei der Berufshaftpflichtversicherung für einen Steuerberater auch von einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung. Neben den Sach- und Personenschäden sind in der Berufshaftpflichtversicherung auch vorsätzlich begangene Schäden wie zum Beispiel durch Veruntreuung nicht versichert. Weiterhin deckt die Berufshaftpflichtversicherung auch nicht solche Schäden, die durch Tätigkeiten entstehen, die über das Berufsbild von einem Steuerberater hinausgehen, was beispielsweise auf die Anlage- und Finanzberatungen zutrifft.

    Da die Schäden schnell in immense Höhen steigen können, hat der Staat die Berufshaftpflichtversicherung für einen Steuerberater zur Pflichtversicherung erkannt, um gleichzeitig zwei Seiten vor einem finanziellen Chaos zu schützen. Zum einen schützt die Berufshaftpflichtversicherung den Steuerberater vor dem Ruin, weil dieser die Schäden nicht mehr selber tragen muss. Gleichzeitig bewahrt die Berufshaftpflichtversicherung auch den Mandanten vor finanziellen Problemen, die dieser durch den Fehler vom Steuerberater erleidet, wenn der Steuerberater dann mit seinem Vermögen nicht in der Lage ist, für Schadenersatz zu sorgen. Somit sichert die gesetzliche Pflicht zur Berufshaftpflichtversicherung sowohl die Existenz des Mandanten als auch die vom Steuerberater.

    3. Schadenmöglichkeiten, die den Bedarf einer Berufshaftpflicht verdeutlichen

    Im Folgenden werden einige Beratungsfehler aufgeführt, die zu Vermögensschäden beim Kunden führen können und für die der Steuerberater haftbar gemacht werden kann. Die teilweise hohen Schäden und aufkommenden Kosten verdeutlichen, wieso der Abschluss und die gesetzliche Vorschrift einer Berufshaftpflichtversicherung für einen Steuerberater so bedeutsam sind.

    Der Steuerberater ist mit seiner Beauftragung durch den Mandanten rundum für die Richtigkeit der Beratung verantwortlich und somit für jeden kleinen Fehler haftbar zu machen. So können schon kleine Systemfehler in der Buchführung schwerwiegende Folgen haben und da der Steuerberater für die Funktionsfähigkeit und Richtigkeit sorgen muss, tritt er in Haftung. Gleiches gilt für das Versäumen wichtiger Fristen, die dann zu Strafen des Mandanten führen. Erleidet der Kunde vom Steuerberater finanzielle Verluste, weil der Steuerberater es verpasst, steuerliche Vorteile und Vergünstigungen auszunutzen, trägt er dafür ebenso die Verantwortung. Da das Gesetz immer mehr die zu beratenden Personen in Schutz nimmt, hat eine verschärfende Rechtsprechung stattgefunden, die den Steuerberater ebenfalls haftbar macht, wenn er seine Mandanten nicht umfassend und rechtzeitig über Änderungen des Steuerrechts oder der Rechtssprechung informiert und eventuell daraus folgende Steuern sparende Maßnahmen ergreift oder dem Mandanten zumindest vorschlägt.

    4. Beim Vergleich einer Berufshaftpflichtversicherung wichtige Besonderheiten

    Wie bei jedem Versicherungsschutz bietet die vielseitige Palette unterschiedlicher Anbieter große Chancen, durch einen Vergleich die individuell beste und passendste Lösung für sich zu finden. Bei der Auswahl einer Berufshaftpflichtversicherung sind dabei einige wichtige Punkte zu beachten, um nicht nur einen günstigen Vertrag, sondern auch eine leistungsstarke und rundum absichernde Berufshaftpflichtversicherung für sich zu finden.

    So spielt zum einen die Versicherungssumme bei der Berufshaftpflicht eine große Rolle. Der Staat setzt dabei eine Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro fest, damit eine gewisse Grenze nicht unterschritten wird. Diese Versicherungssumme gilt pro Versicherungsfall, kann je nach Vertrag aber auch insgesamt 1.000.000 Euro für alle Schäden eines Jahres begrenzt werden. je nach Umfang der steuerberatlichen Leistungen und der Finanzstärke der Mandanten sollte bei dem Abschluss der Berufshaftpflichtversicherung aber über höhere Versicherungssummen nachgedacht werden. Sobald ein Schaden nämlich höhere Kosten entstehen lässt, treffen den Steuerberater trotz Berufshaftpflichtversicherung dennoch zu tragende Eigenleistungen, die dann wieder zum finanziellen Ruin führen können. Es ist also sehr wichtig, bei einem Vergleich für die Berufshaftpflichtversicherung nicht nur auf einen günstigen Beitrag, sondern auch auf eine ausreichende Absicherung für jeden Fall zu achten.

    Steuerberaterbüros können die unterschiedlichsten Ausmaße haben. Das Ein-Mann-Büro eines einzelnen Steuerberater auf der einen Seite oder auch große Partnergesellschaften, Sozietäten, eine Vielzahl an Angestellten auf der andere Seite. Die Individualität jedes Betriebes sollte zwingend auch für die Wahl einer geeigneten Berufshaftpflichtversicherung betrachtet werden, damit alle tätigen Personen abgesichert und alle Schäden des Kunden gedeckt sind, egal wer im Büro diese verursacht hat.

    Da wie schon angesprochen Personen- und Sachschäden nicht durch die Berufshaftpflichtversicherung für Steuerberater abgesichert sind, empfiehlt sich der Abschluss beziehungsweise der Einschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung. Somit wären dann auch diese Personen- und Sachschäden im Versicherungsschutz enthalten, die dem Mandanten beim Besuch im Büro oder der Tätigkeit des Steuerberaters beim Kunden entstehen. Durch einen solchen Einschluss in die Berufshaftpflicht ist die Tätigkeit des Steuerberaters dann auf alle Schäden ausgeweitet, sodass er sich sorgenfrei auf die Durchführung seiner Beratung konzentrieren kann, was zudem die Qualität steigert.

    Nehmen Sie die hier vorhandenen Informationen und die professionelle Unterstützung in Anspruch, um durch einen optimalen Versicherungsvergleich die beste und gleichzeitig kostengünstigste Variante für die Berufshaftpflichtversicherung zu finden.

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