Existenzschutzversicherung

Inhalt dieses Artikels

    Die Existenzschutzversicherung ist ein Versicherungsprodukt, das erst seit 2010 auf dem Markt ist. Dementsprechend ist sie noch nicht bei allen Assekuranzen im Produktportfolio zu finden. Beim Existenzschutz handelt es sich um einen Mix aus einer Absicherung bei schwerwiegender Krankheiten und einer Absicherung bei einem Unfallereignis mit schweren Folgen. Anders als die bekannte Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Prinzip auch einen Existenzschutz garanitert, leistet die Existenzschutzversicherung aber auch dann, wenn der Versicherte infolge von Krankheit oder Unfall nicht berufsunfähig ist.

    1. Existenzschutz vs. Berufsunfähigkeit

    Ein folgenschwerer Unfall oder eine schlimme Krankheit kann die Existenz der betroffenen Person und die seiner Familie in Gefahr bringen. Leider ist die gesetzliche Absicherung über die Erwerbsminderungsrente in den letzten Jahren immer weiter reduziert und teilweise ganz abgeschafft worden. Gerade junge Menschen können heute nicht mehr darauf bauen, ihren Lebensunterhalt auch bestreiten zu können, wenn sie berufs- oder erwerbsunfähig werden. Gerade deswegen entscheiden sich immer mehr junge Menschen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder zumindest eine Unfallversicherung, die immer dann einspringt, wenn man durch einen Unfall so beeinträchtigt wird, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Mit der Existenzschutzversicherung hat ein Versicherer nun ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Unfallversicherung miteinander kombiniert. Die neue Existenzschutzversicherung tritt ein, wenn der Versicherungsnehmer durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit nicht mehr arbeiten gehen kann. Selbst bei bestehender Pflegebedürftigkeit werden Leistungen in Form einer lebenslangen Rente erbracht.

    Dabei lässt sich die Höhe der Rente bei Vertragsabschluss zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer individuell verhandeln. Es ist in jedem Fall wichig, bei Festlegung der Rentenhöhe, nicht nur an die eigenen Lebenshaltungskosten zu denken, sondern auch Kosten für laufende Kreditverpflichtungen zu berücksichtigen. Es wird empfohlen, zwischen 60 und 80 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens abzusichern. Bei den Anbietern ist die Höhe der Rente aktuell auf 250 bis 3.000 Euro begrenzt. Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung prüft die Existenzschutzversicherung nicht, ob noch eine Berufstätigkeit ausgeübt werden kann, sodass die bei der Berufsunfähigkeitsversicherung oft übliche Verweisung in andere Berufe entfällt. Außerdem wird die Rente bei der Existenzschutzversicherung regelmäßig jährlich angepasst, sodass die Inflation teilweise abgefangen wird. Bei Abschluss einer Existenzschutzversicherung werden zudem vonseiten der Versicherer keine detaillierten Gesundheitsfragen gestellt. Der Versicherungsnehmer ist nur verpflichtet, schwere Vorerkrankungen anzugeben, die sonst übliche Gesundheitsprüfung entfällt.

    2. Die einzelnen Bausteine der Existenzversicherung

    Eine Existenzschutzversicherung setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen. Die Bestandteile können sich anbieterabhängig etwas unterscheiden. Aber bei vielen Assekuranzen, die eine Existenzschutzversicherung anbieten, besteht sie aus:

    • Der Grundfähigkeitsrente
    • Der Pflegerente
    • Der Organrente
    • Der Unfallrente

    Wenn der Versicherungsfall eintritt, wird die Rente an den Versicherungsnehmer bis zum obligatorischen Renteneintritt gezahlt. Einige Versicherer bieten auch die Option, die Zahlung der Rente bis ans Lebensende zu vereinbaren. Die Höhe der zu zahlenden Rente wird bereits bei Vertragsabschluss fix vereinbart. Bei Verlust der Grundfähigkeiten Eine Grundfähigkeitsrente wird dann bei Verlust einer der Grundfähigkeiten wie Sprechen und Hören oder Sehen und Orientieren. Darüber hinaus leisten viele Versicherer die Grundfähigkeitsrente auch dann, wenn schwerwiegende Störungen des Bewegungsapparates vorliegen.

    Wird ein Versicherter aufgrund von Krankheit oder Unfall pflegebedürftig, wird bereits ab Pflegestufe I eine lebenslange Pflegerente gezahlt. Bei schweren Schädigungen von einem oder mehreren Organen wie zum Beispiel Herz, Leber, Lunge oder Nieren wird eine lebenslange Organrente gezahlt. Des Weiteren gibt es auch eine Unfallrente. Die kommt für den Fall auf, dass es durch einen Unfall von mindestens 50 Prozent Invailidät kommt. Einige Versicherer haben zusätzlich noch den Baustein einer Krebsrente im Angebot, die dann in die Organrente integriert ist.

    3. Wichtige Leistungen der Existenzschutzversicherung

    In Abhängigkeit vom gewählten Versicherungsunternehmen haben Versicherte die Möglichkeit weitere zusätzliche Leistungen zu integrieren. So kann zum Beispiel auch eine Leistung im Todesfall vereinbart werden. Manche Versicherer bieten bei Diagnose einer schweren Krankheit an, auf die Todesfallleistung eine Vorauszahlung zu erbringen. Eine Besonderheit bei der Existenzschutzversicherung ist auch, dass Versicherte mehrmals Leistungen in Anspruch nehmen können. Wenn ein Versicherungsnehmer zum Beispiel mit 40 Jahren an einem Gehirntumor erkrankt, würde er, wenn es so vereinbart ist, eine Einmalzahlung erhalten. Wenn er dann Jahre später infolge der Erkrankung blind wird, leistet der Versicherer darüber hinaus eine Grundfähigkeitsrente, aufgrund des Verlustes der Grundfähigkeit Sehen. Inwieweit was möglich ist, ist im Einzelfall den Versicherungsbedingungen zu entnehmen, die im Vorfeld genau geprüft werden sollten.

    4. Für wen ist eine Existenzschutzversicherung geeignet

    Zur Zielgruppe für eine Existenzschutzversicherung gehören vor allem Personen, die körperlich oder handwerklich arbeiten und Menschen, denen aus gesundheitlichen Gründen der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich ist. Wegen der ziemlich strengen Abschlussbedingungen kann der Existenzschutz nicht von jedem über die Berufsunfähigkeitsversicherung erworben werden. Zu kritisieren ist nur, dass bei der Existenzschutzversicherung im Fall von psychischen Erkrankungen kaum Schutz bieten.

    Wenn Versicherte sich wegen Depressionen oder Burn-out in Behandlung beim Psychotherapeuten begeben und als weitgehend geheilt entlassen werden, werden keine Leistungen aus der Invaliditätsabsicherung gezahlt.

    Deswegen ist die Existenzschutzversicherung eine Alternative mit Einschränkungen, die sich auch als Ergänzung eignet. Der Abschluss ist auch für Kinder möglich. Wenn es dann zum Versicherungsfall kommt erhalten Kinder eine Rente, bis sie zum Renteneintritt.

    5. Was kostet die Existenzschutzversicherung

    Die Höhe der zu zahlenden Prämie ist von mehreren Faktoren abhängig. Dabei sind das Versicherungseintrittsalter und der ausgeübte Beruf von Bedeutung. Um in etwa einen Einblick in die möglichen Kosten zu bekommen, kann das folgende fiktive Beispiel dienen:

    Schließt eine Person mit 25 Jahren eine Existenzschutzversicherung ab und möchte im Versicherungsfall eine Rente von 1.500 Euro erzielen, dann kostet der Existenzschutz jährlich anbieterabhängig zwischen 350 und 450 Euro. Ist die zu versichernde Person bereits 45 Jahre alt, bewegen sich die Beiträge hingegen schon zwischen 500 und 700 Euro im Jahr.

    Festzuhalten ist, dass eine Existenzschutzversicherung im Vergleich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung um einiges günstiger ist. Um den passenden Anbieter zu finden, der auch mit günstigen Prämien aufwartet, kann ein Vergleich der verschiedenen Anbieter auf unserem Portal besttarif.org angestellt werden.

    Wenn man jetzt und auch zukünftig finanziell gut abgesichert sein möchte, sollten beim Versicherungsschutz auch unvorhersehbare Risiken wie Unfälle und schwere Krankheiten Berücksichtigung finden. Diese Risiken schweben wie ein Damoklesschwert über jedem. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden nicht gemindert, aber die damit verbundenen finanziellen Folgen lassen sich deutlich mildern.

    © drubig-photo – Fotolia.com