Frachtführerhaftpflichtversicherung

Inhalt dieses Artikels

    Wenn es um den Transport von Waren geht, ist die Frage nach der Frachtführerhaftung besonders wichtig. Besonders relevant sind hierfür die Rechtsvorschriften der CMR, der internationalen Vereinbarung über Beförderungsverträge auf Straßen, sowie sogenannte Sonderziehungsrechte (SZR). Die CMR und die SZR setzen den Rahmen für die Beurteilung der gesetzlichen Frachtführerhaftung im Rahmen von Beschädigung oder Verlust des Transportguts gemäß HGB.

    Als Frachtführer bezeichnet man Menschen, die im Auftrag Dritter mit einem Lieferwagen oder LKW Waren und Güter zu einem Zielort transportieren. Für alle Angehörigen dieses Berufsstandes ist eine Frachtführerhaftpflichtversicherung unbedingt zu empfehlen. Diese Versicherung deckt alle Fälle ab, bei denen das Frachtgut im Rahmen von Transporten beschädigt oder zerstört wird. Die reine Haftpflichtversicherung des jeweiligen Fahrzeugs deckt dieses Transportgut nämlich nicht ab. Wer also ohne eine gültige Frachtführerhaftpflicht etwas transportiert, bleibt im Ernstfall vollständig auf den Kosten für die zerstörte Fracht oder die Beschädigung sitzen. Bei hochwertigen Gütern sind Kosten im sechsstelligen Bereich an der Tagesordnung. Selbst ein einfacher Unfall kann für den Frachtführer daher schnell existenzbedrohend werden.

    Eine Frachtführerhaftpflicht ist deshalb nicht nur für im Logistik- und Speditionsbereich tätige Unternehmen ein Muss, sondern auch für Kurierfahrer und Lieferdienste. Um eine Pflichtversicherung handelt es sich für alle Fahrzeuge ab einer Nutzlast von 3,5 t, wenn diese für den Transport von Gütern im Auftrag Dritter genutzt werden.

    1. Was leistet eine Frachtführerhaftpflichtversicherung?

    Die Gefahren, die per LKW oder Lieferwagen transportierten Gütern während des Transports drohen, sind vielfältig: Vom selbst- oder fremdverschuldeten Unfall, über Beschädigungen durch Vandalismus bis hin zu Diebstahl und Verlust reichen die Risiken, denen das Frachtgut ausgesetzt ist. Ob der LKW-Auflieger durch ein unachtsames Fahrmanöver in den Straßengraben kippt, auf rutschiger Fahrbahn mit einem anderen Laster kollidiert oder während des nächtlichen Abstellens aufgebrochen wird: Viele Situationen lassen sich auch durch eine vorausschauende Planung nicht vermeiden. Beschädigungen beim Verladen der Güter sind häufige Ursachen für Regressforderungen der Kunden, die dann so genannte Vermögensschäden geltend machen können. Nicht zuletzt können auch Naturgewalten wie Sturm, Hagelschlag oder Überschwemmungen zu einem Schaden an den beförderten Waren führen – Risiken, gegen die ein Unternehmen machtlos ist. Während des gewerblichen Transportes gilt, dass der Frachtführer für die Ware verantwortlich ist. Der Unternehmer hingegen haftet auch bei unvorhersehbaren Güterschäden, die im Rahmen der nationalen und internationalen Transporte auftreten können. Eine Absicherung ist deshalb unumgänglich, um das eigene wirtschaftliche Risiko zu verringern und sich vor Vermögensschäden zu schützen.

    In der Regel reguliert die Frachtführerhaftpflichtversicherung bei allen genannten Schadensfällen Vermögensschäden und übernimmt die Haftung für Schäden, die Fremde oder der Frachtführer selbst verschuldet haben. Der Versicherungsschutz erstreckt sich jedoch noch weit über diese Güterschäden hinaus – auf ein Feld, das Spediteuren und Lieferdiensten mindestens ebenso viel Kopfzerbrechen bereitet, wie Unfälle, Diebstähle und Beschädigungen beim Transport.

    Frachtführerhaftpflichtversicherungen helfen nämlich auch, wenn vereinbarte Lieferzeiten nicht eingehalten werden können und der Kunde auf der Grundlage des HGB Schadensersatzforderungen aufgrund der Verzögerungen geltend macht. Gerade bei den zahlreichen Unwägbarkeiten, die vor allem im Straßen- aber auch im Schienenverkehr lauern und die Transportplanung erschweren, ist es schwierig, eindeutig festzustellen, wer für eine Verzögerung und den damit einhergehenden Schaden tatsächlich verantwortlich zu machen ist. Dass sich der Kunde mit Forderungen aufgrund verspäteter Lieferungen zuerst an den Lieferanten oder den Spediteur wendet, ist verständlich – der Nachweis, dass man als Transporteur oder Frachtführer nicht verantwortlich ist, ist dann meist schwierig.

    Die Frachtführerhaftpflicht übernimmt genau diesen Nachweis, indem sie im ersten Schritt prüft, ob der Transporteur oder der Führer des LKW überhaupt für die Lieferungsverzögerung haftbar gemacht werden kann. Wird bei der Prüfung festgestellt, dass die Ansprüche gegen den Lieferanten berechtigt sind, zahlt die Versicherung dennoch – und zwar maximal bis zur Höhe der in der Versicherungspolice vereinbarten Deckungssumme. Sind die Ansprüche jedoch unberechtigt, so beinhalten viele Frachtführerhaftpflichtversicherungen einen integrierten Rechtsschutz, bei dem die Versicherung im Namen des versicherten Unternehmens Ansprüche Dritter abwehrt. Sollte der Fall vor einem Gericht verhandelt werden, beinhaltet dies auch, dass das versicherte gewerbliche Unternehmen, das die Güter befördern sollte, vor Gericht vertreten wird.

    Für Speditionen und Lieferservices bedeutet eine Frachtführerhaftpflicht also in gewisser Weise ein Rundum-Sorglos-Paket, mit dem all die gesetzlichen Risiken, die rund um den Warentransport und die Frachtführerhaftung bestehen, abgesichert werden können.

    2. Geltungsbereich der Frachtführerhaftpflicht

    Der geographische Raum, in dem der Versicherungsschutz einer Frachtführerhaftpflicht greift, kann beim Abschluss der Versicherung im Rahmen der Bedingungen selbst festgelegt werden. Damit sind Lieferanten und Speditionen absolut flexibel – denn während einige Unternehmen mit ihrem Gewerbe international unterwegs sind, beschränkt sich der Aktionsradius anderer nur auf Europa oder sogar lediglich auf Deutschland. Da sich mit den unterschiedlichen Regionen auch unterschiedliche Risikoeinstufungen für die Transportversicherung ergeben, unterscheiden sich die einzelnen Geltungsbereiche der Frachtführerhaftpflicht-Versicherung natürlich in Hinblick auf die Prämien voneinander: Wer seine Fahrzeuge lediglich für einen LKW-Transport innerhalb Deutschlands versichern möchte, zahlt gegenüber einem europa- oder gar weltweit tätigen Transportunternehmen deutlich geringere Prämien.

    Lieferanten, die mit ihrem LKW nur in einem ganz engen Radius innerhalb der Bundesrepublik tätig sind, können bei einigen Versicherern sogar die Einschränkung dieses Radius beim Versicherungsschutz der Frachtführerhaftpflichtversicherung berücksichtigen und das Entgelt so mindern. In der Regel gilt dabei ein Radius von 100 Kilometern um den Firmensitz. Dann allerdings greift die Haftung der Versicherungen im Ernstfall auch wirklich nur dann, wenn der Schadenfall innerhalb dieses Radius eintritt.

    Neben dem geografischen Geltungsbereich ist es auch wichtig festzulegen, für welche Fahrzeuge und für welchen Personenkreis eine Frachtführerhaftpflicht Gültigkeit hat. In der Regel empfiehlt es sich, sämtliche Fahrzeuge eines Unternehmens sowie alle Arbeitnehmer, die im Auftrag des Unternehmers als Transporteure tätig werden, zu versichern. Die meisten Versicherer bieten einen solchen Versicherungsschutz gerne in Form eines Pakets an.

    3. Kosten für eine Frachtführerhaftpflichtversicherung

    Neben dem geografischen Geltungsbereich, den zu versichernden Fahrzeugen und dem Personenkreis, der diese Fahrzeuge für Transportaufgaben im Auftrag Dritter nutzt, haben zahlreiche weitere Faktoren Einfluss auf den Preis einer Frachtführerhaftpflichtversicherung. So spielt im Angebot und für den Antrag neben Größe und Nutzlast der Fahrzeuge vor allem die Art der beförderten Ladungen eine wichtige Rolle. Deshalb muss bei einem Antrag auf Ausstellung einer Versicherungspolice oftmals genau angegeben werden, in welchem Umfang welche Art von Ladung üblicherweise transportiert wird.

    Beim Vergleich der einzelnen Angebote verschiedener Versicherungsgesellschaften sollte übrigens darauf geachtet werden, ob im Schadenfall auch Aufräum- und Entsorgungskosten sowie die Kosten für die Bergung des Transportgutes versichert sind – bei Bedarf sollte man vor dem Antrag beim Versicherungsvertreter Fragen stellen. In diesem Punkt unterscheiden sich die Policen der verschiedenen Anbieter oft voneinander.

    4. Versicherungen vergleichen – und die optimale Frachtführerhaftpflichtversicherung online finden

    Um das Angebot der verschiedenen Versicherungsgesellschaften zum Thema Frachtführerhaftpflichtversicherung gegeneinander abwägen und vergleichen zu können, ist ein Versicherungsvergleich über ein unabhängiges Portal wie besttarif.org die beste Möglichkeit. Denn dabei werden die verschiedenen Angebote nach objektiven Gesichtspunkten dargestellt. Ein Vergleich über die Verkehrshaftungsversicherung wird auf einen Blick möglich. So lässt sich schnell und sicher ein Überblick darüber gewinnen, welcher Anbieter für die Verkehrshaftungsversicherung am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Das ist besonders wichtig, weil sich die Angebote in folgenden Punkten oft markant voneinander unterscheiden:

    • Höhe der Deckungssumme
    • Haftung für Aufräum- und Bergungskosten
    • Rechtsschutz für Fälle, die vor Gericht verhandelt werden müssen

    Da eine Frachtführerhaftpflicht dringend empfohlen wird und für alle Fahrzeuge ab 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht sogar eine Versicherungspflicht besteht, sollte die Entscheidung über die passende und günstige Police in Ruhe und auf dem Vergleich verschiedener Angebote basierend getroffen werden. Die Frachtführerhaftpflichtversicherung verursacht nicht unerhebliche Kosten zuzüglich der Versicherungssteuer. Wer seiner gesetzlichen Versicherungspflicht nachkommen und ausreichend gegen einen Schaden im Rahmen der Frachtführerhaftung versichert sein möchte, sollte anhand eines Vergleichs eine günstige und zugleich ideale Versicherung auswählen.

    © Kzenon – Fotolia.com


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