Glasversicherung

Die Glasversicherung wird umgangssprachlich und zutreffend auch als Glasbruchversicherung bezeichnet. Wenn das Glas gebrochen ist, dann ist die Voraussetzung für eine Leistung der Glasversicherung erfüllt – sofern sie abgeschlossen worden ist. Die Glasversicherung selbst ist eine eigenständige Sachversicherung. Die gehört ihrerseits zu den Kompositversicherungen als ein Oberbegriff für alle Unfall- und Schadensversicherungen, ausgenommen die Krankenversicherung. Obwohl die Glasversicherung eine eigene Versicherung darstellt, wird sie in der Praxis vielfach zusammen mit der Hausrat-, oder mit der Wohngebäudeversicherung angeboten und abgeschlossen.

Am und im Haus, aber auch an und in der Wohnung befindet sich viel Glas. Außentüren und Fenster, Innentüren sowie Schranktüren sind mehr oder wenig wertvoll verglast. Hinzukommen Nebengebäude wie Garage, Carport oder der komplett verglaste Wintergarten. Das Mobiliar ist teilweise verglast, von der Schranktür bis hin zur Glasplatte auf dem Wohnzimmertisch. Es gibt also vielerlei Anlässe für eine Glasbruchversicherung. In jedem Einzelfall wird geprüft, ob ein Schaden vorliegt, der von der Glasversicherung reguliert werden kann oder muss. Dazu muss sie näher definiert werden. Der versicherte Gegenstand aus Glas, oder das Glas selbst, muss gebrochen sein, damit für die Glasversicherung ein Leistungsfall erfüllt ist. Ein Glasbruch wird so definiert, dass die Glasscheibe im Querschnitt durchgehend beschädigt, quasi gebrochen ist. In diesem Falle tritt, wie es heißt, die Glasbruchversicherung ein. Als Beschädigung gelten auch ein Riss oder ein Sprung, durch den sowohl Vorder- als auch Rückseite des Glases respektive der Glasfläche beschädigt sind. Dieses Ausmaß an Beschädigung wird einem Glasbruch gleichgesetzt, so dass auch in einem solchen Falle die Glasversicherung leistungspflichtig ist.

Für jede Glasversicherung sind die versicherten Gefahren und Leistungsausschlüsse bei den Versicherungsgesellschaften recht unterschiedlich. Der Versicherte sollte vor diesem Hintergrund bei Abschluss einer Glasversicherung mehrere Angebote einer Glasversicherung vergleichen, beispielsweise auf www.besttarif.org. Generell ist eine Leistungspflicht aus der Glasbruchversicherung bei einer reinen Beschädigung der Glasoberfläche durch Schrammen, Kratzer oder durch einfache Abnutzung ausgeschlossen. Ein solcher Versicherungsausschluss gilt auch dann, wenn durch andere Versicherungen die Glasschäden bereits mitversichert sind. Das führt zu dem typischen Fall, dass die zusätzliche eigene Glasversicherung eine Doppel-, also eine Überversicherung nach sich zieht. Mit einer zusätzlichen Glasversicherung ist der Eigentümer oder Mieter allerdings auf der mehr als hundertprozentig sicheren Seite. Im Schadensfall hat er die Gewähr, weder mit der Glasbruchversicherung noch mit der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung hadern oder feilschen zu müssen. Für ihn stellt sich lediglich die Frage, ob er den überschaubaren Betrag im jährlich niedrigen zweistelligen Eurobereich in Kauf nimmt und aufwendet, um auf jeden Fall den Glasschaden ersetzt zu bekommen.

Für und Wider einer Glasversicherung hält sich vielfach die Waage. Das Problem wird vielfach dann akut, wenn der Schadensfall, also der Glasbruch tatsächlich eintritt. Bei einer kombinierten Hausrat- und Glasversicherung kann mit einer anstandslosen Regulierung gerechnet werden. Wenn eine von beiden fehlt, dann wird in jedem einzelnen Falle geprüft, ob es ein Leistungsfall für die Glasversicherung, oder doch einer für die Hausratversicherung ist. Der Versicherer sieht sich genötigt, den Schadensfall festzustellen. Das beinhaltet auch das negative Ausklammern, dass kein Schadensfall vorliegt. Bei jeder Glasversicherung gibt es nicht versicherbare Glasgegenstände.
Dem Versicherungsnehmer sollte bewusst sein, dass eine Glasversicherung keine Komplettversicherung für jegliches Glas ist. Nicht von einer Glasversicherung erfasst sind optische Gläser wie Brillen, Lupen oder Kontaktlinsen, Hohlgläser wie jegliche Vasen, oder Glaslampen und alle übrigen Beleuchtungskörper aus Glas. Die Hausfrau wird es erfreuen, dass ein festmontiertes Glaskochfeld aus Keramik, das bekannte Ceranfeld, bei einigen Versicherungen in der Glasversicherung direkt enthalten ist, bei anderen als Ergänzung zur bestehenden Glasversicherung mitversichert werden kann. Überhaupt ist es bei der Glasversicherung so, dass die Basisleistungen der Versicherungsgesellschaften zwar weitgehend einheitlich, jedoch eher dürftig sind. Mehrleistungen zur Glasversicherung bieten sie alle an und unterscheiden sich sowohl in der Versicherungsleistung als auch in der Höhe des Versicherungsbeitrages. Bei kaum einer anderen Versicherung ist ein detaillierter Vergleich so wichtig wie bei der Glasversicherung. Mit Blick auf einen möglichst aufschlussreichen Versicherungsvergleich sollte das auf www.besttarif.org geschehen.

Für eine separate Glasversicherung stellt sich bei jedem Versicherungscheck die Frage nach ihrer Sinnhaftigkeit, nach dem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis einer Glasversicherung generell. Wer ein Haus selbst nutzt, der sollte ergänzend zur Wohngebäudeversicherung auch eine Glasversicherung abschließen. Bei einem verglasten Wintergarten, oder bei großen Fensterscheiben nebst Terrassentür sollte sich die Frage nach einer Glasversicherung erst gar nicht stellen; sie ist so selbstverständlich wie notwendig. Der Mieter einer Etagenwohnung in einem Mehrfamilienhaus kann sich da schon eher fragen, ob für ihn eine Glasversicherung wirklich wichtig und effektiv ist. Für ihn lohnt sich ein genaues Lesen und Prüfen der Hausratversicherung. Solche Mietwohnungen haben je nach Zimmerzahl eine begrenzte Zahl an Fenstern, und für den Austritt auf den Balkon ist eine recht schmale Balkontür vorgesehen. Wenn zum Hausrat nicht übermäßig wertvolle und zahlreiche künstlerisch designte Spiegel, Scheiben oder Platten aus Glas gehören, dann könnte eine Glasversicherung in der Tat überflüssig sein.

Für den Versicherungsnehmer ist letztendlich auch bedeutsam zu wissen, was seine Glasversicherung im Schadensfall tatsächlich leistet. Ersetzt wird je nach Glasversicherung der Zeit- beziehungsweise Neuwert des zerbrochenen Glases. Das ist die eigentliche Schadensregulierung. Hinzu kommen Kosten für eine aktuell notwendige Notverglasung. Wenn Fenster- oder Türscheiben zerbrochen sind, dann muss bis zur endgültigen Verglasung notverglast werden. Das gilt ganz unabhängig von der Jahreszeit schon aus Sicherheitsgründen. Damit verbundene Kosten für Montage, Gerüst oder den Einsatz eines Krans werden ebenfalls von der Glasversicherung bezahlt. Und auch die Entsorgungskosten für das zerbrochene versicherte Glas werden von der Glasversicherung übernommen. Dieser Kostenfaktor kann, abhängig vom einzelnen Schadensfall, recht erheblich sein. Denkbar sind Glasschäden durch Unwetter wir Sturm, Windhose oder Tornado. Dabei werden aus der jeweiligen Windrichtung ganze Tür- und Fensterfronten eingedrückt, buchstäblich zerbrochen. Fachgerechte Entsorgung sowie Notverglasung müssen nahtlos ineinander übergehen, und auch die Schäden in den Innenräumen müssen zeitnah beseitigt werden. Wie anderweitig auch, klingen derartige Beispiele für eine Glasversicherung meistens recht übertrieben. Die gesamte Wetter- und Witterungslage in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Zahl der Unwetter nimmt eher zu als ab. Betroffen sind davon immer auch großflächige Glasfronten am Eigenheim.

Mit einer eigenen Glasversicherung lässt es sich ruhiger schlafen, als wenn im Schadensfall in der Versicherungspolice nachgelesen werden muss, ob der entstandene Schaden letztendlich versichert ist oder doch nicht.

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