Kfz Versicherung für den Zweitwagen

Kfz Zweitwagen Versicherung

Inhalt dieses Artikels

    Ein Fahrzeug, das der Kfz-Halter auf seinen Namen zugelassen bekommt, wird als Erstwagen bezeichnet. Es ist insofern das erste und einzige Fahrzeug. Werden auf seinen Namen weitere Autos zugelassen, also angemeldet, dann wird von einem Zweit- oder von einem Drittwagen gesprochen. Diese Formulierung bezieht sich auf den Privatbereich. In einem Unternehmen mit mehreren bis hin zu vielen Fahrzeugen handelt es sich um eine Flotte, die Fahrzeugflotte. Das würde im familiären Bereich selbst dann etwas übertrieben klingen, wenn in einem Familienverbund mit mehreren Generationen ein halbes Dutzend Fahrzeuge zugelassen wäre. Für den Zweitwagen muss, ebenso wie für den Erstwagen, die Kfz-Steuer und die Kfz-Versicherung bezahlt werden. Der Kfz-Halter ist bemüht, die Kosten für den Zweitwagen möglichst gering zu halten. Dabei kommen ihm die Kfz-Versicherungsgesellschaften mit ihren Angeboten und Tarifen in ganz unterschiedlicher Weise entgegen. Sie sind bestrebt, Neukunden zu gewinnen beziehungsweise ihre Bestandskunden nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

    1. Versicherung für den Zweitwagen mit Zweitwagenregelung

    Zweitwagenregelung bedeutet in diesem Sinne, dass die Einstufung des Zweitwagens in die Schadensfreiheitsklasse, kurz SF, abweichend von der ursprünglich für die Erstanmeldung vorgesehenen Grundeinstufung erfolgt. Im Grunde genommen ist diese Rabattierung ein Lockmittel der Versicherungen, um durch einen Beitragsnachlass Kunden zu gewinnen und zusätzliche Beiträge zu generieren. In der SF-Klasse Null beträgt der Grundbeitrag zweihundertvierzig Prozent. Das ist die Kalkulationsgrundlage der Versicherer sowohl in der Kfz-Haftpflicht- als auch in der Kfz-Vollkaskoversicherung. Darauf aufbauend werden die Rabattierungen der einzelnen SF-Klassen berechnet. Die muss sich der Kfz-Halter über die Jahre hinweg durch ein unfallfreies Autofahren erarbeiten, er muss sie sich erfahren. Entscheidend ist dabei nicht, ob er sich tatsächlich unfallfrei verhält, sondern die Tatsache, dass kein Unfallschaden reguliert wird. Unfallfrei heißt für den Kfz-Versicherer ohne Schadensregulierung, sprich ohne Leistungsfall. Eine unabdingbare Voraussetzung für diese Zweitwagenregelung ist es, dass das Erstfahrzeug weder in der Klasse Null noch in der Schadensklasse M versichert ist. Die Klasse Null gilt für diejenigen, bei denen die Führerscheinprüfung nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Die Klasse M wird als Schadensklasse bezeichnet, im Gegensatz zu den Schadensfreiheitsklassen SF. Die Einstufung in die Klasse M erfolgt nach einem, nach mehreren oder vielen rückstufungswirksamen Unfallschäden. Die Kfz-Versicherung hat also Schäden in sichtbarer Höhe regulieren müssen.

    2. Zweitwagen wie Erstwagen versichern

    Im Hinblick auf die Zweitwagenversicherung lohnt sich ein ausgiebiger Kfz-Versicherungsvergleich. Die Angebote der Versicherungsgesellschaften sind so unterschiedlich wie vielfältig. Die einen haben hier, die anderen dort ihren Schwerpunkt. Der Versicherungsnehmer muss herausfinden, wo er seinen eigenen Fokus setzt und anschließend ganz gezielt unter den zahlreichen Angeboten auswählen. Im günstigsten Falle kann er bei der Versicherung für den Zweitwagen denselben SF-Rabatt erhalten wie für den Erstwagen. Die Chancen dafür stehen am besten bei der sogenannten Partnerregelung. Aus Sicht des Versicherers ist es nachvollziehbar, dass er die Zweitwagenregelung nur dann anbietet, wenn er den Erstwagen auch versichert. Ansonsten wäre es in Bezug auf den SF-Rabatt aus Sicht des Versicherungsnehmers eine Zweitwagenregelung, nicht aber für den Versicherer. Hier ist sowohl Logik als auch Fairness auf beiden Seiten gefragt. Wie gut die Zweitwagenregelung tatsächlich ist, lässt sich absolut, also an der Summe der jährlichen Kfz-Versicherungsprämie, ablesen. Dem Kfz-Halter ist recht wenig mit einer günstigen SF-Klasse geholfen, wenn auf der anderen Seite in der Kfz-Versicherung andere Vergünstigungen entfallen, die sich bisher für den Erstwagen kostensparend ausgewirkt haben. Bei derselben SF-Klasse für Erst- und Zweitwagen sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten. Beide müssen auf denselben Kfz-Halter zugelassen sein. Sie dürfen beide nur von ihm selbst gefahren werden. Das schließt aus, dass beide Autos zu derselben Zeit unterwegs sind. Eine Partnernutzung ist ebenfalls ausgeschlossen. Bei einem Unfall, also bei einem Schaden, gilt die damit verbundene Rückstufung für Erst- und Zweitwagen gemeinsam. Die Situation ist mit einem kombinierten Bonus-/Malus vergleichbar. Bei dieser Form der Zweitwagenregelung kommt es also nicht nur auf das Angebot der Kfz-Versicherung, sondern in erster Linie auf die Situation des Kfz-Halters an.

    3. SF-Klassen korrespondieren weitgehend miteinander

    Ganz allgemein gilt unter den Kfz-Versicherungen der Grundsatz, dass ein Zweitwagen umso besser eingestuft wird, je höher die SF-Klasse für den Erstwagen ist. Das kann in der Kfz-Haftpflicht- und in der Vollkaskoversicherung unterschiedlich sein. Diese Unterschiede werden so auf jede einzelne Versicherung für den Zweitwagen übertragen. Bei der Erstfahrzeugeinstufung in SF vier bis sechs wird häufig die Zweitfahrzeugeinstufung in SF drei angeboten, oder analog zu den SF zwölf bis achtzehn die SF fünf. Diese Analogie setzt sich fort, sie kann sich von Kfz-Versicherung zu Kfz-Versicherung deutlich unterscheiden. Ein Rechnen und Vergleichen ist so sinnvoll wie hilfreich. Dabei gilt es auch, über den Zaun zu sehen, also eine Neuversicherung beider Fahrzeuge bei einem anderen Anbieter zu prüfen. Eine unausgesprochene Hilfe ist es im Einzelfall, wenn bei demselben Versicherer mehrere Versicherungen bestehen. Die einen bieten einen Bündelungsrabatt an, andere einen Zweitwagenrabatt. Für den Versicherungsnehmer ist entscheidend, welches Ergebnis unterm Strich erzielt wird. Die Überlegung kann, abhängig vom Versicherer, dazu führen, auch mit anderen Versicherungen außer der für Erst- und Zweitwagen zu wechseln. Das wird unter den Fachleuten als Schnüren eines größeren Versicherungspaketes bezeichnet. An einige Mindestvoraussetzungen ist der Erst- und Zweitwagenhalter bei allen Anbietern gebunden. Der Fahrzeugnutzer muss älter als fünfundzwanzig Jahre, und das Erstfahrzeug muss deutlich besser als in der SF zwei eingestuft sein. Die Kilometerleistung je Versicherungsjahr wird begrenzt, wobei sich hier die Kfz-Versicherer sichtbar voneinander abgrenzen. Dass der beide Autos versichert, ist eher eine Selbstverständlichkeit. Und, wie bereits gesagt, je mehr Versicherungen gebündelt werden können, umso besser.

    4. Ja und Nein zur Zweitwagenregelung

    Jeder Kfz-Versicherungsvertrag ist ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Versicherungsgesellschaft und Kfz-Halter. Beide sind frei in ihrer Entscheidung. Das gilt für den Kfz-Versicherer mit seinem Angebot und für den Autofahrer, der es annehmen oder ablehnen kann. Umgekehrt hat er kein Recht darauf, von einem bestimmten Versicherer akzeptiert zu werden. Für die Kfz-Versicherung besteht in dem Sinne kein Kontrahierungs-, also kein Abschlusszwang. Einzige Ausnahme ist die Kfz-Haftpflichtversicherung mit ihrem gesetzlichen Mindestschutz. Weil sie eine gesetzliche Pflichtversicherung ist, kann ein Aufnahmeantrag nur unter ganz wenigen und bestimmten Voraussetzungen abgelehnt werden. Bei der Vollkaskoversicherung ist die Situation anders. Hier kann der Kfz-Versicherer die Versicherungshistorie des Antragstellers im Detail bewerten und durchaus zu dem Ergebnis kommen, den Antrag auf eine günstige Zweitwagenversicherung abzulehnen.

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