Öltankhaftpflicht

Inhalt dieses Artikels

    Heizöl ist als Energieträger in Deutschland nach wie vor weit verbreitet. Viele Hausbesitzer fühlen sich durch den besonderen Charme älterer Häuser angelockt und entscheiden sich für den Kauf einer solchen Immobilie. Häufig werden diese Häuser mithilfe von Öl beheizt. In der Regel befindet sich im Keller ein Öltank mit einer entsprechenden Heizungsanlage.

    1. Risiken eines Öltanks

    Besitzer einer Ölheizung können ihr Eigenheim kostengünstig und umweltfreundlich heizen. Allerdings sind sich viele Hauseigentümer, die über eine Heizung mit Öltank verfügen, den damit verbundenen Risiken nicht bewusst. Die Gefahren, die von einer Öltankheizung ausgehen, werden oftmals nicht berücksichtigt oder sogar komplett verdrängt. Ein Öltank fasst bis zu 5.000 Litern Heizöl, natürlich kann eine solch große Menge an Heizöl schnell zu einer Gefahrenquelle werden. Grundsätzlich haftet der Hausbesitzer für sämtliche Schäden, die durch den Öltank entstehen. Der Gesetzgeber hat den Betreibern von Ölheizungen strenge Haftungsregelungen auferlegt, die dafür sorgen sollen, dass die durch auslaufendes Öl verursachten Umweltschäden zumindest finanziell auf den Verursacher abgewälzt werden können. Aus diesem Grund gehört die Öltankhaftpflicht zu den wichtigsten Versicherungen für jeden Immobilienbesitzer, der sein Haus mit Öl beheizt.

    2. Die Öltankhaftpflicht bietet Schutz vor teuren Schäden

    Viele Hausbesitzer wähnen sich in dem Glauben, dass ihre private Haftpflichtversicherung Schäden trägt, die durch die Nutzung einer Öltankheizung zustande kommen. Dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrglaube, da es für diese Bereiche einen Haftungsausschluss gibt. Die „normale“ Haftpflichtversicherung deckt keine Personen- beziehungsweise Sachschäden ab, die durch den Besitz oder das Betreiben eines Öltanks entstehen. Die einzige Möglichkeit, sich vor diesen Risiken zu schützen, besteht im Abschluss einer Öltankhaftpflicht als separater Haftpflichtvertrag. Sobald der Öltank eingebaut ist, tritt der Eigentümer in die Haftung für mögliche Gewässerschäden. Mit dem Aufbau des Tanks sind der Hersteller und der Installateur von ihrer Haftung entbunden.

    3. Welche Schäden deckt die Öltankhaftpflicht ab?

    Auch wenn Öltanks in regelmäßigen Abständen gründlich gewartet werden, besteht die Gefahr, dass Zuleitungsrohre brechen oder sich ein Leck im Tank bildet. Nur äußerst selten kommt es vor, dass ein Öltank platzt. Ein solcher Tank wird in aller Regel von Fachleuten befüllt, die Materialen, die bei der Herstellung eines Öltanks verwendet werden, sind äußerst stabil. Kommt es während der Befüllung zu Schäden, so haftet die Lieferfirma. Häufiger muss eine Öltankhaftpflicht dagegen für Schäden eintreten, die im Laufe der Jahre entstanden und für lange Zeit unbemerkt geblieben sind. Kleine Lecks im Öltank können dafür sorgen, dass Öl austritt und ins Grundwasser gelangt. Innerhalb kurzer Zeit kann ein kleines Leck größer werden, dann kommt es nicht selten in wenigen Stunden zu einem enormen Schaden, der Unsummen in der Schadensregulierung verschlingt. Bereits ein Tropfen Öl kann bis zu 10.000 Liter Grundwasser verseuchen. Ein Liter ausgelaufenes Öl reicht aus, um 1 Million Liter Wasser zu verschmutzen. Eine Öltankhaftpflicht schützt vor den finanziellen Folgen eines Schadens am eigenen Öltank. Zu den Kosten, die durch eine Öltankhaftpflicht abgedeckt werden, zählen allen voran die Kosten für die am Gebäude entstandenen Schäden, die Kosten für die Beseitigung einer Gewässerverunreinigung sowie die Kosten für die Beseitigung von durch Öl verunreinigtem Erdreich. Dieses muss häufig als Sondermüll entsorgt werden, was mit hohen Kosten verbunden ist.

    4. Über- oder unterirdischer Öltank?

    Bei der Öltankhaftpflicht handelt es sich um eine häufig angebotene Versicherung, die für Hauseigentümer sowie Mieter, die Öltanks nutzen, von großer Bedeutung ist. Dabei orientieren sich die für die Öltankhaftpflicht zu zahlenden Beiträge einerseits an der Größe des genutzten Tanks, andererseits aber auch an der Höhe der Versicherungssumme sowie am Aufstellort des Tanks. So können Hauseigentümer, die ihren Öltank im Keller oder oberirdisch im Garten aufstellen, aufgrund der besseren Prüfmöglichkeiten mit günstigeren Beiträgen für ihre Öltankhaftpflicht rechnen. Ist der Tank dagegen unterirdisch installiert, so entstehen oft höhere Schäden. Dementsprechend fallen die Beiträge für unterirdisch aufgestellte Öltanks höher aus. Im Schadensfall kommt die Öltankhaftpflicht für sämtliche Aufwendungen auf, die zur Beseitigung des entstandenen Schadens notwendig sind. Zunächst muss nach einem Schaden am Öltank häufig eine Bodenprobe genommen werden, um das Ausmaß der Verschmutzung feststellen zu können. Die Öltankhaftpflicht übernimmt die Kosten für das Gutachten zum Ausmaß des Schadens. Des Weiteren werden von der Öltankhaftpflicht auch die Aufwendungen für Erdabtragungen übernommen. Prinzipiell sind mit dem Abschluss einer Öltankhaftpflicht sowohl Sachschäden als auch Personen- sowie Vermögensschäden abgesichert.

    5. Regelmäßige Wartung ist unverzichtbar

    Natürlich müssen zu jedem Zeitpunkt die strengen Sicherheitsbestimmungen für den Einbau sowie den Betrieb der Anlage eingehalten werden. Zudem greift eine Öltankhaftplicht im Falle eines Schadens nur dann, wenn der Besitzer der Anlage deren regelmäßige Wartung nachweisen kann. Hierfür ist es notwendig, dem Versicherungsunternehmen ein vollständiges Prüfzeugnis sowie in regelmäßigen Abständen angefertigte Reinigungsberichte vorzulegen. Fehlen diese Nachweise, so gehen die Versicherungsunternehmen von einer groben Fahrlässigkeit des Anlagenbesitzers aus. Darüber hinaus steht der Besitzer der Anlage auch in der Pflicht, den Öltank selbst zu prüfen und reparieren zu lassen. Die Öltankhaftpflicht bietet allerdings keinen Versicherungsschutz gegen Schäden, die vorsätzlich herbeigeführt wurden. Auch Eigenschäden, also beispielsweise die Kosten eines defekten Tanks, sind nicht versichert.

    6. Höhe der Versicherungssumme der Öltankhaftpflicht

    Hat man sich zum Abschluss einer Öltankhaftpflicht entschieden, ist im nächsten Schritt die Frage nach der Höhe der Versicherungssumme zu klären. In der Regel sollte die Versicherungssumme der Öltankhaftpflicht nicht unter 2 Millionen Euro liegen. Nur mit einer solch hohen Versicherungssumme können alle anfallenden Kosten, vom Abtragen des verschmutzten Erdreichs über die Beseitigung des lecken Öltanks bis hin zur Finanzierung von Gutachtern, getragen werden.

    7. Vergleich lohnt sich

    Die Beiträge, die für eine Öltankhaftpflicht zu zahlen sind, sowie die von Seiten der Versicherung gebotenen Leistungen, die im Schadensfall erstattet werden, variieren von Anbieter zu Anbieter erheblich. Entscheidend für die Berechnung der Versicherungsprämie ist bei einer Öltankhaftpflicht in erster Linie das Fassungsvermögen des zu versichernden Tanks. Der Versicherungsbeitrag für eine Öltankhaftpflicht liegt meist in einem Bereich zwischen 40 Euro und 80 Euro pro Jahr. Allerdings gibt es auch Absicherungsvarianten, die deutlich über einem Beitrag von 100 Euro im Jahr liegen. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich der verschiedenen Angebote für eine Öltankhaftpflicht. Die Versicherungen bieten ihren Kunden eine Vielzahl an Tarifen und Leistungsoptionen zu verschiedenen Risiken an. Es ist ratsam, Verträge mit einer kurzen Laufzeit abzuschließen, um flexibel auf Angebot der Versicherungsunternehmen reagieren zu können. Bei einer Öltankhaftpflicht empfiehlt sich der Abschluss von Jahresverträgen, damit man die Möglichkeit hat, jährlich den laufenden Vertrag zu kündigen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Zumeist kann eine Öltankhaftpflicht nur bei dem Versicherungsinstitut beantragt werden, bei dem der Kunde bereits eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen oder zumindest beantragt hat.

    © BERLINSTOCK – Fotolia.com