Oldtimer Versicherung

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    Für viele Autofreunde ist der Oldtimer mehr als nur ein Fahrzeug. Vielmehr handelt es sich häufig um ein liebevoll gepflegtes Sammlerstück, das sich durch seinen nostalgischen Charme auszeichnet. Denn die Bezeichnung „Oldtimer“ dürfen nur diejenigen Kraftfahrzeuge führen, die vor mindestens 30 Jahren erstmalig für den Verkehr zugelassen wurden. Dies geht unmittelbar aus der Fahrzeugzulassungs-Verordnung vom 01.März 2007 hervor. Allerdings ist nicht nur die Erstanmeldung ein entscheidendes Kriterium. Vielmehr ist es entscheidend, dass sich das Fahrzeug nahezu im Originalzustand, und somit auch in einem annehmbaren Allgemeinzustand, befindet. Es handelt sich bei diesen Klassikern um ganz besondere Kulturschätze. Deswegen sollten Eigentümer bei der Wahl der Versicherung auf individuelle Kriterien zurückgreifen. Jeder Oldtimer ist anders und wird zudem anders genutzt. Darauf ist bei einer entsprechenden Oldtimer Versicherung unbedingt Rücksicht zu nehmen. Andernfalls stehen Leistung und Gegenleistung nicht in einem idealen Verhältnis zueinander, wobei der Leittragende regelmäßig der Versicherungsnehmer sein wird.

    1. Was beim Abschluss einer Oldtimer Versicherung zu beachten ist:

    Generell gilt auch für Oldtimer eine Versicherungspflicht, wenn das Fahrzeug im Straßenverkehr genutzt wird. Da mit dem Gebrauch eines Motorrads oder Kfz zugleich eine signifikante Gefahr einhergeht, muss zumindest jedes Fahrzeug mit einer Haftpflichtversicherung geschützt werden. Auch bei der Inbetriebnahme der Klassiker können letztendlich Personen, andere Fahrzeuge oder anderweitige Sachgegenstände beschädigt werden. Die Haftpflichtversicherung kompensiert die finanziellen Schäden, die durch ein plötzliches Unfallgeschehen eintreten können, mit Ausnahme derjenigen Schäden, die der Verursacher erlitten hat. Dies bedeutet andererseits, dass ein Fahrer, der beispielsweise beim Ausparken ein anderes Automobil beschädigt und selbst massive Beschädigungen in Kauf nehmen muss, unter Umständen selbst für die Kompensation des eingetretenen Schadens aufkommen muss. Zwar hat der Fahrer den Unfall auch schuldhaft verursacht, allerdings ist die Sachlage nicht immer derart einfach gelagert. Daher sollten sich auch Eigentümer von einem Oldtimer überlegen, ob der Abschluss einer Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung nicht sinnvoll ist. Diese übernimmt die anfallenden Reparaturkosten, die nach einem selbstverschuldeten Unfallgeschehen am eigenen Pkw oder Kraftfahrzeug aufgetreten sind.

    2. Welche Art der Versicherung ist für einen Oldtimer besonders empfehlenswert:

    Typisch für eine Teilkaskoversicherung ist, dass die Versicherungsgesellschaft nach einem Unfallgeschehen lediglich festgelegte Schadensposten reguliert. In vielen Fällen unterfallen Schäden an der Windschutzscheibe nicht der Leistungspflicht des Versicherungsgebers. Darauf sollten Versicherungsnehmer vor dem Abschluss zwingend achten. Insoweit ist es ratsam, den Versicherungskatalog zu überprüfen. Daraus können Versicherte ablesen, welche Mängel von der Versicherung getragen werden. Demgegenüber bietet die Vollkaskoversicherung mehr Sicherheit und übernimmt häufig sämtliche Defizite, die durch Beschädigung eintreten können. Andererseits müssen Versicherungsnehmer allerdings auch höhere Monatsbeiträge leisten. Dies sollte ebenso bedacht werden. Zuletzt besteht die Möglichkeit eine Versicherungsart mit einer festgelegten Selbstbeteiligung zu buchen. Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer nach einer Schädigung die Reparaturkosten in einer bestimmten Höhe ohnehin selbst tragen muss. Übertrifft die Reparaturmaßnahme jedoch den Betrag der Selbstbeteiligung, übernimmt die Versicherungsgesellschaft die Differenzkosten.

    3. Die Besonderheiten bei einer Oldtimer Versicherung:

    Neben den Grundpaketen einer Versicherung können Versicherungsnehmer auch Zusatzpakete hinzubuchen. Diese decken exemplarisch solche Schäden, die durch Wild, Vandalismus sowie durch Naturgewalten verursacht werden. Ferner sollten Interessierte, die neben dem Oldtimer auch noch ein anderes Alltagsfahrzeug nutzen, dieses bei Vertragsabschluss angeben. Dadurch mindert sich im Regelfall die monatliche Versicherungsgebühr, da der Versicherungsnehmer nicht ausschließlich mit dem Klassiker unterwegs ist. Nach wie vor definieren Versicherungsgesellschaften den Begriff des Oldtimers abweichend von der gesetzlichen Bestimmung. Danach handelt es sich häufig bei einem Fahrzeug bereits dann um einen Oldtimer, wenn dieser vor 25 Jahren erstmalig im Straßenverkehr zugelassen wurde. Da viele Eigentümer ihren Oldtimer möglichst in den Originalzustand versetzen oder in diesem erhalten möchten, verwenden sie viel Zeit in die Restaurierung. Zu diesem Zweck kann es geboten sein, dass Fahrzeug zunächst abzumelden, um Kosten einzusparen, bis die Restaurierung abgeschlossen ist. Doch auch während dieser Arbeitsphase können Schäden an den Einzelteilen oder dem Fahrzeug entstehen. Viele Anbieter ermöglichen mit dem Abschluss einer Restaurierungsversicherung, die zusätzlich abgeschlossen werden kann, einen sicheren Schutz während der Arbeitsphase an dem Kraftfahrzeug.

    4. Warum sich ein Vergleich der Oldtimer Versicherung lohnen kann:

    Der Versicherungsmarkt ist stark umkämpft, so dass die einzelnen Versicherungsgesellschaften häufig attraktive Preispakete schnüren. Doch die günstigste Versicherung muss nicht zwangsläufig auch die beste sein. Vielmehr sollten Verbraucher bei der Wahl auf das Gesamtpaket, mithin auf den Ausgleich zwischen Leistung und Gegenleistung achten. Da sich mittlerweile viele Versicherungsgeber auf eine Oldtimer Versicherung spezialisiert haben, ist ein Vergleich der unterschiedlichen Offerten nahezu unverzichtbar. Dies gilt nicht nur für Neukunden, sondern auch für Bestandskunden. Denn es spricht nichts dagegen, die eigene Versicherung zu kündigen, wenn ein anderer Dienstleister mehr Leitungen zu günstigeren Konditionen anbietet. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, dies gilt umso mehr in der Versicherungsbranche.

    Einige Anbieter nutzen die speziellen Versicherungstarife für die nostalgischen Fahrzeuge indes dafür, um die Aufnahme von festgelegten Bedingungen abhängig zu machen. Diese werden allerdings häufig zum Nachteil des Versicherungsnehmers bestimmt. Insofern ein Vertrag daher Bedingungen enthält, die für die Aufnahme in die Versicherung grundlegend sind, sollten Interessenten das Angebot einer kritischen Überprüfung unterziehen und bei Bedarf einen anderen Dienstleister wählen.

    Bevor allerdings überhaupt ein Vertrag unterzeichnet wird, empfiehlt es sich, den Wert des Fahrzeugs durch ein gesondertes Sachverständigengutachten einschätzen zu lassen. Dies ist im Hinblick auf die Deckungssumme, die von der Versicherung umfasst sein sollte, sehr wichtig. Ist eine zu kleine Deckungssumme vereinbart worden, muss der geschädigte Eigentümer möglicherweise noch selbst einen hohen Beitrag leisten, um die Beschädigung zu entschädigen. Für Motorräder ist ein derartiges Gutachten erst ab einem Verkehrswert von 7500,00 € erforderlich.

    Damit sich der Interessent nicht durch sämtliche Versicherungen quälen muss, ist es ratsam, einen Vergleich durchführen zu lassen. Mit einem Vergleichsrechner finden Nutzer schnell zum idealen Produkt. Stattdessen können sie die gewonnene Zeit bevorzugt in den Oldtimer investieren. Um einen Vergleich durchführen zu können, sind lediglich einige Grunddaten erforderlich. Anhand derer vergleicht das Programm selbständig die unterschiedlichen Anbieter miteinander. Anschließend erstellt die Vergleichsmaschine eine Übersicht, so dass sich der Interessent auf einen Blick über die übereinstimmenden Versicherungen für seinen Oldtimer informieren kann. Dabei wird häufig deutlich, dass vor allem die monatlichen Beiträge signifikant voneinander abweichen können. Es besteht allerdings kein ersichtlicher Grund, Geld an den Versicherer zu verschenken, wenn auf der anderen Seite die Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft mit den Vorstellungen des potentiellen Versicherungsnehmers übereinstimmt. Oldtimer sind nicht nur nostalgische Zeitzeugen der Vergangenheit, die viel Pflege und Aufmerksamkeit erfordern. Vielmehr sollten sie optimal gegen mögliche Schadensrisiken geschützt werden, um den besonderen Wert dauerhaft zu erhalten.

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