Pflegeversicherung

SF-Klasse von der Oma übernehmen

Inhalt dieses Artikels

    Es gibt manchmal Themen, mit denen möchte man sich nur ungern auseinandersetzen. Das Ergebnis ist dann meist, dass man diese Dinge so lange wie möglich vor sich her schiebt. Die Pflegebedürftigkeit im Alter ist zum Beispiel so ein Thema. Da möchte man jetzt noch gar nicht daran denken. Aber, so viel ist klar, dieses Problem löst sich nicht von alleine in Luft auf, sondern wird im Gegenteil im Laufe der Jahre immer nur noch wichtiger. Denn wenn der Ernstfall eintritt, das heißt, Sie zum Pflegefall werden und nicht vorgesorgt haben, kann dies schnell zu Ihrem finanziellen Ruin führen. Leider nicht nur zu Ihrem eigenen finanziellen Ruin, sondern auch zu dem Ihrer Angehörigen. Denn wenn Ihnen das Geld ausgeht, wird die Familie zur Kasse gebeten. Insofern gilt bei der Pflegebedürftigkeit tatsächlich: Vorsorge ist besser als Nachsicht.

    1. Warum zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung eine private Absicherung?

    Die Antwort ist ganz einfach: Weil die gesetzliche Pflegeversicherung nicht ausreicht. Sie liefert lediglich eine Basis – vergleichbar mit einer Teilkaskoversicherung beim Auto. Aus diesem Grund sind neue Autos meist Vollkasko versichert. Sich einzig und allein auf die gesetzlichen Leistungen zu verlassen, ist im Falle einer Pflegebedürftigkeit fatal. Ein konkretes Beispiel: Wenn Sie so pflegebedürftig werden, dass Sie in einem professionellen Heim versorgt werden müssen und nicht von einem Angehöriger gepflegt werden können, müssen Sie davon ausgehen, dass ein Platz in einem Pflegeheim im Moment um die 4.000 Euro monatlich kostet. Sollten Sie den Maximalsatz der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten, liegt der aber nur bei rund 1.500 Euro. Die Differenz müssen Sie oder Ihre Angehörigen selber tragen. Ausgehend vom Maximalsatz sind das 2.500 Euro – Monat für Monat, 30.000 Euro im Jahr. Da braucht man einen großen Sparstrumpf unterm Kopfkissen. Mit einer privaten Pflegeversicherung können Sie diese Lücke schließen. Sie schützt vor Armut im Alter und gibt Sicherheit. Aber nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Angehörigen. Vorausgesetzt, Sie haben die für Sie richtige Pflegeversicherung gewählt. Das ist nicht so ganz einfach, aber lösbar. Fangen wir an.

    2. Was heißt Pflegebedürftigkeit im Alter?

    Pflegebedürftigkeit bedeutet, dass Sie gesundheitlich angeschlagen sind und Ihren Alltag nicht ohne Unterstützung bewältigen können. Bei der Pflegebedürftigkeit gibt es drei unterschiedliche Szenarien:

    • Ein Angehöriger pflegt Sie und erhält dafür ein Pflegegeld
    • Ein Pflegedienst kommt zu Ihnen nach Hause und leistet eine sogenannte Pflegesachleistung
    • Sie werden in einem Pflegeheim versorgt.

    Innerhalb dieser drei Bereiche sind auch Kombinationen möglich. So kann beispielsweise ein Angehöriger die Pflege übernehmen und dabei von einem Pflegedienst unterstützt werden. In welchem Maß Sie finanziell unterstützt werden, hängt von Ihrer Pflegebedürftigkeit ab. Sie wird vom sogenannten Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgesetzt. Er ist eine Art Gutachter. Derzeit werden drei Stufen von Pflegebedürftigkeit unterschieden:

    • Pflegestufe 1: erheblich pflegebedürftig
    • Pflegestufe 2: schwer pflegebedürftig
    • Pflegestufe 3: schwerst pflegebedürftig

    Personen der Pflegestufe 3 können unter bestimmten Voraussetzungen auch als Härtefall eingestuft werden. Sie erhalten dann eine noch höhere Unterstützung. Daneben wurde die sogenannte Pflegestufe 0 eingeführt. Sie gilt für Personen, die Unterstützung in der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung brauchen, aber noch nicht die Voraussetzungen für eine Einstufung in die Pflegestufe 1 erfüllen.

    Generell gilt, je höher die Pflegestufe ist, desto mehr finanzielle Unterstützung erhalten Sie. Also den zuvor angesprochenen höchsten Satz von gut 1.500 Euro erhalten Sie nur in der höchsten Klasse, Pflegestufe 3.

    3. Welche Arten von Pflegeversicherungen gibt es?

    Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen von Pflegeversicherungen: Pflegetagegeld und die Pflegekostenversicherung. Beim Pflegetagegeld zahlt Ihnen die Versicherung abhängig von Ihrer Pflegestufe einen festen Betrag pro Tag und zwar egal, wie hoch die tatsächlichen Kosten Ihrer Pflege sind und unabhängig davon, wie viele Kosten die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt. Höhe des Tagegeldsatzes und Leistungszeitaum werden durch den Versicherungsvertrag festgelegt.

    Bei der Pflegekostenversicherung verhält es sich anders. Hier kommt die private Versicherung lediglich für die Kosten auf, welche die gesetzliche Pflegeversicherung nicht übernimmt. Je nach Vertrag übernimmt die Pflegekostenversicherung diese Differenz ganz oder teilweise. Mit der Pflegetagegeldversicherung sind Sie auf der sicheren Seite und auch flexibler. Denn Sie können später selbst entscheiden, ob Sie das Geld in ein Heim investieren oder einen privaten Pfleger beschäftigten. Ein Vorteil der Pflegekostenversicherung ist, dass sie in der Regel wesentlich günstiger ist.

    4. Wann sollte man eine private Pflegeversicherung abschließen?

    Hier gilt, je früher, desto besser. Denn die Beiträge der Pflegeversicherung sind für junge, gesunde Versicherte niedriger. Mit dem Alter steigt naturgemäß das Risiko für eine Pflegebedürftigkeit und schon rein altersbedingt verschlechtert sich der Gesundheitszustand schneller als in jungen Jahren. Dies kann dazu führen, dass bei älteren Interessenten eine Gesundheitsprüfung verlangt wird, die im schlimmsten Fall einen Ausschluss verhindert, oder es werden Risikozuschläge erhoben. Das bedeutet, dass die Pflegeversicherung teurer wird. Insofern, auch wenn das Thema heute eigentlich noch kein Thema ist, gehen Sie es an und schieben Sie es nicht auf die lange Bank.

    5. Worauf ist beim Vertragsabschluss zu achten?

    Ganz wichtig ist vor allen Dingen eins, Pflegeversicherungen unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in ihren Leistungen. Deshalb sollten Sie nicht nur den monatlichen Preis vergleichen, sondern auch, was Sie dafür erhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Vertragskonditionen. Verlangt die Versicherung eine Gesundheitsprüfung, berechnet sie Risikozuschläge, zahlt sie erst ab einer bestimmten Pflegestufe oder schon mit Pflegestufe 1?

    Manche Versicherungen setzen auch eine Wartezeit voraus. Das heißt, erst ab einer bestimmten Zahl von eingezahlten Jahren kann die Versicherung in Anspruch genommen werden. Besonders ältere Personen sollten sich dieses Risikos bewusst sein, denn ob und wann man zum Pflegefall wird, kann man weder wissen, noch beeinflussen. Einige Versicherungen bieten bei Inanspruchnahme, also bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit, eine Beitragsbefreiung an. Das heißt, sobald Sie zum Pflegefall werden, erhalten Sie zwar Leistungen aus Ihrer Pflegeversicherung, müssen aber keine Beiträge mehr zahlen. Oder im umgekehrten Fall, wenn Sie keine Beitragsbefreiung haben, müssen Sie als Pflegefall die Versicherung weiterhin zahlen.

    Aus all diesen Gründen ist es nicht einfach, private Pflegeversicherungen miteinander zu vergleichen. Der Versicherungsvergleich von www.besttarif.org ist hier eine große Hilfe. Er schafft Klarheit und unterstützt Sie dabei, die für Sie richtige Pflegeversicherung zu finden. Testen Sie es aus, und zwar lieber heute als morgen. Denn jetzt wissen Sie ja, Vorsorge ist besser als Nachsicht.

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