Private Krankenversicherung

Der Unterschied zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung

Inhalt dieses Artikels

    Eine Krankenversicherung muss jeder haben, egal ob eine Gesetzliche oder eine Privaten. In Deutschland besteht hier eine Versicherungspflicht. Auf die private Krankenversicherung soll in diesem Beitrag näher eingegangen werden und im Vergleich zu Gesetzlichen gesehen werden. Anders als bei den Gesetzlichen ist bei einer privaten Krankenversicherung eine Versicherung, der nicht jeder einfach beitreten kann, weil die private Krankenversicherung bestimmte Kriterien voraussetzt, die nicht jeder Arbeitnehmer erfüllen kann.

    1. Keine einheitliche Beitragshöhe bei der privaten KV

    Im Vergleich fällt auf, dass während sich die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung prozentual nach dem Einkommen der Versicherten richten, wird bei der privaten Versicherung ein individueller Beitrag erhoben, der abhängig vom Alter und vom Gesundheitszustand des Versicherten und vom gewählten Tarif ist. Darüber hinaus gibt es deutliche Preisunterschiede für adäquate Leistungen bei den einzelnen Versicherern, sodass jemand, der in von einer gesetzlichen in eine der privaten Krankenversicherungen wechseln möchte, vorab einen Vergleich zwischen den Anbietern anstellen sollte. Für diesen Vergleich eignet sich unser Portal besttarif.org.

    Die Entscheidung, in eine der privaten Krankenversicherungen einzutreten, sollte vorab gründlich überlegt und abgewägt werden. Eine Rückkehr in die Gesetzliche ist, wenn überhaupt, sehr schwierig und manchmal auch unmöglich.

    2. Versicherungsfrei­grenze in der PKV für Arbeitnehmer

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können, wann immer sie wollen, in die private Krankenversicherung gehen. Für die Beamten ist eine private Krankenversicherung im Vergleich meistens viel kostengünstiger als die gesetzliche Krankenversicherung, weil sie von staatlichen Beihilfen profitieren. Als Arbeitnehmer kann man nur zu einer der privaten Versicherungen wechseln, wenn die Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. Erst dann ist hier ein Wechsel für den Arbeitnehmer möglich. Dazu muss ein Arbeitnehmer heute ein Jahreseinkommen von über 50.000 Euro erzielen. Mit anderen Worten, zu privaten Versicherern können nur die sogenannten “Besserverdienenden” wechseln. Was unumstritten in Deutschland zu einer Zweiklassenmedizin führt.

    3. Private Krankenversicherung für Studenten

    Ein Student kann sich ab dem 25. Lebensjahr frei entscheiden, ob er der gesetzlichen Krankenversicherung beitreten oder in der Privaten versichert sein möchte. In der Regel ist die PKV aufgrund der besseren Leistungen und der sehr günstigen Beiträge für junge und gesunde Mitglieder erste Wahl.

    4. Vorteile der PKV für Studenten

    Die private Krankenversicherung ist gerade für junge Leute von Vorteil, weil der Beitrag sehr stark vom Alter des Versicherten abhängt. Studenten unter 30 finden in der privaten KV günstige Tarife, die im Vergleich oft weniger Geld kosten als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus spielt natürlich der Gesundheitszustand eine wesentliche Rolle für die Beitragshöhe. Wer als Student jung und gesund ist, zahlt extrem wenig an einen privaten Versicherer. Beachten sollte man allerdings auch den Fakt, dass ein Wechsel zurück zu einer gesetzlichen Krankenkasse in der Regel schwierig ist. Wer als Student die Absicht hat, eine Familie zu gründen, ist wahrscheinlich bei einer gesetzlichen Krankenkasse, die man auch als Familienversicherung kennt, im Vergleich zur Privaten besser aufgehoben. In der PKV muss jeder seinen eigenen Versicherungsvertrag mit eigenen Beiträgen abschließen. Das gilt auch für Hausfrauen und Kinder.

    5. Wann lohnt sich eine private KV

    Der Vergleich zeigt, dass es unter bestimmten Voraussetzungen wegen der viel günstigeren Beiträge in der PKV sinnvoll, sich bei einer Privaten zu versichern. Das ist vor allem immer dann der Fall, wenn die Eltern des Studenten selbstständig sind oder Beamte. Dann besteht in der Regel schon ein Vertrag mit einer privaten Krankenversicherung, bei dem lediglich die Leistungen angepasst werden müssen. Studenten, die älter als 30 Jahre sind, können nicht mehr den günstigen Studententarif nutzen, der oft von gesetzlichen Krankenversicherungen angeboten wird. Oft ist es dann einfach billiger, in eine der privaten Krankenversicherungen zu gehen, wenn man ledig, gesund und kinderlos ist.

    6. Was kostet die private Krankenversicherung für Studenten

    Die Kosten für die private Krankenversicherung hängen natürlich auch davon ab, welcher Tarif gewählt wird und wie hoch die Selbstbeteiligung sein soll. In sogenannten Basistarifen ist die Grundversorgung sehr preiswert abgesichert, sodass Studenten im Allgemeinen äußerst niedrige Beiträge zahlen, die geringer sind als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Natürlich ist es vor Abschluss eines Neuvertrages in der PKV immer wichtig, einen Vergleich der Anbieter vorzunehmen.

    7. Teurer Schutz Versicherungsschutz für die Angehörigen

    Für einen Wechsel in die PKV sprechen bessere Angebote für Leistungen beispielsweise im Krankenhaus durch Behandlung vom Chefarzt oder die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer. Auch wenn es um Zahnersatz geht, bieten die privaten Versicherer mehr Leistungen als es in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt. Aber nicht alle Leistungen ist besser. In der Psychotherapie und bei der häuslichen Krankenpflege sind die Leistungen in der PKV im Vergleich mit der GKV nicht so gut, wie die Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Außerdem sollten Arbeitnehmer, selbst wenn sie theoretisch in die PKV wechseln könnten, auf den Wechsel verzichten, wenn sie Familienangehörige haben, weil die Leistungen in der PKV für jedes Mitglied der Familie extra bezahlt werden müssen. Da kann der angeblich günstige Tarif für den Einzelnen dann ganz schnell zu einer finanziellen Belastung werden, wenn die Ehefrau und zwei oder drei Kinder separat versichert werden müssen. Unterm Strich sind die Leistungen der PKV dann viel teurer als die gesetzlichen KV.

    8. Das Problem der Vorerkrankungen bei der PKV

    Gegen einen Wechsel in die PKV sprechen außerdem mögliche Vorerkrankungen des Versicherten. Hier erwarten den Versicherten, wenn er die eine der Privaten wünscht, entweder sehr teure Zuschläge für Leistungen oder sogar Ausschlüsse vom Versicherungsschutz. Darüber hinaus müssen in der PKV versicherte Personen viel Bürokratie in Kauf nehmen. Alle Rechnungen der Ärzte müssen zunächst selbst bezahlt und anschließend bei der Versicherungsgesellschaft zwecks Erstattung eingereicht werden. Allen Frauen ab Mitte 30 und Männern ab über 40 wird von einem Wechsel in eine der privaten Versicherungen abgeraten, weil sie mit hohen Beitragssteigerungen im Alter zu rechnen haben. Die zu bildenden Altersrückstellungen reichen in der PKV nicht aus, um den deutlichen Anstieg des Beitrags im Alter aufzufangen.

    9. Innerhalb der PKV den Tarif wechseln

    Privat Versicherte haben jedoch die Möglichkeit, steigenden Beiträgen durch verschiedene Maßnahmen entgegenzuwirken. Zuerst können bestimmte vereinbarte Leistungen abgespeckt werden. Darüber hinaus kann mit der Krankenkasse vereinbart werden, den Selbstbehalt zu erhöhen und es besteht auch die Möglichkeit, einfach in einen günstigeren Tarif mit geringen Leistungen innerhalb der Krankenkasse zu wechseln. Hier muss man allerdings meistens hartnäckig nachfragen, weil die Krankenkassen natürlich nicht daran interessiert sind, ihren Versicherten einen Tarifwechsel zu ermöglichen, bei dem sie am Ende Geld sparen. Versicherte in der PKV, die hartnäckig bleiben und einen Tarifwechsel innerhalb der Krankenkasse durchsetzen können, sparen gegebenenfalls bis zu 500 Euro monatlich. Allerdings läuft so ein Wechsel innerhalb der Krankenversicherung nur selten problemlos.

    Dabei sieht das Gesetz die Möglichkeit des Tarifwechsels innerhalb der Krankenkasse explizit vor. Jeder in der PKV Versicherte kann von der Krankenkasse verlangen, dass er ihm einen günstigeren Tarif in der PKV anbietet. Die Rückstellungen, die bis dato in der Krankenversicherung für das Alter gebildet wurden, bleiben dabei erhalten und auch die übrigen vertraglich vereinbarten Rechte in der PKV haben weiterhin Gültigkeit.

    10. Die Versicherten müssen vonseiten der PKV unterstützt werden

    Wenn ein Versicherter bisher eine Krankenversicherung für ambulante, stationäre und zahnärztliche Heilbehandlung hat, besteht die Möglichkeit in jeden anderen Tarif des Anbieters zu wechseln, bei dem die gleichen Leistungsbereiche abgedeckt werden. Wenn die private Krankenversicherung die Beiträge erhöht, muss die Krankenversicherungsgesellschaft die ihre Kunden sogar auf die Wechselmöglichkeit innerhalb der Krankenversicherung ausdrücklich hinweisen. Sind die Versicherten über 60 Jahre, sind vonseiten der PKV geeignete Tarife anzubieten.

    11. Keine Angst vor der Gesundheitsprüfung

    Dennoch scheitern viele Versicherte, wenn sie in einen anderen Tarif wechseln wollen. Theoretisch haben in der PKV Versicherte das Recht, mit ihrem ursprünglichen Gesundheitszustand eingestuft zu werden, wenn sie nur den Tarif in der Krankenversicherung wechseln. Eine erneute Gesundheitsprüfung darf sich lediglich auf neue Leistungen der PKV beziehen, die der gewählte neue Tarif der Krankenversicherung im Vergleich zum bisherigen Tarif bietet. Nur für solche Leistungen kann die Krankenversicherung einen Risikozuschlag erheben und eine Wartezeit festlegen. Ausschlaggebend für den Zuschlag ist dann der aktuelle Gesundheitszustand, den der Versicherte zum Zeitpunkt des Tarifwechsels hat. Wenn das dann zu teuer wird, können privat Versicherte verlangen, dass anstelle des Risikozuschlags ein Ausschluss der Leistungen dieser Mehrleistung erfolgt. Mit anderen Worten, wenn in den Leistungen des neu gewählte Tarif im Krankenhaus ein Einbettzimmer vorgesehen ist, im alten Tarif aber ein Zweibettzimmer im Krankenhaus versichert war, dann hat der Versicherte die Möglichkeit, auf die “teure” Verbesserung zu verzichten, sodass der Risikozuschlag entfallen kann.

    Leider ist es meistens so, dass die in der PKV Versicherten von ihren möglichen Rechten meistens nichts wissen und von der Krankenversicherungsgesellschaft teilweise auch bewusst nicht aufgeklärt werden.

    12. Private Krankenversicherung – hohe Beiträge im Alter

    In der PKV müssen die Versicherten immer tiefer in die Tasche greifen. Einige Versicherer haben ihre Beiträge zum Teil um bis zu 20 Prozent für dieselben Leistungen erhöht. Das heißt, junge Leute, die mit Anfang 30 in die private Krankenversicherung wechseln, müssen damit rechnen, dass sie im Alter als Rentner, das Dreifache des heutigen Beitrags an die Krankenversicherung bezahlen müssen und das auch bei sinkendem Einkommen.

    Der große Vorteil für die private Krankenversicherung ist, dass der Versicherte immer Anspruch auf die mit der Krankenkasse vertraglich vereinbarte Leistungen hat. In vielen Tarifen zahlt die Krankenkasse mehr Honorar an die behandelnden Ärzte und übernimmt auch die Kosten für rezeptfreie Medikamente, für Behandlungen beim Heilpraktiker und die Kosten für die Chefarztbehandlung im Krankenhaus. Für junge und gesunde Besserverdiener sind die Beiträge für die private Krankenversicherung meistens niedriger als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei wird der Nachteil, dass die Beiträge für die private Krankenversicherung im Laufe des Lebens überproportional ansteigen toleriert.

    13. Wechsel von der PKV in die GKV nicht ohne Weiteres möglich

    Wer die private Krankenversicherung wegen der hohen Beiträge und der damit verbundenen Kosten verlassen und in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln möchte, bekommt ein Problem. Der Wechsel der Krankenversicherung ist nur dann möglich, wenn der in der PKV versicherte Arbeitnehmer arbeitslos wird oder sein Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Selbstständige und Freiberufler können aus der PKV in die GKV nur dann wechseln, wenn sie in eine Festanstellung gehen, bei der ihr Einkommen ebenfalls unter der Versicherungspflichtgrenze bleibt.

    14. Private Krankenversicherung - wichtig zu wissen

    Ab einem Alter von 55 Jahren ist der Wechsel aus der PKV in eine der gesetzlichen Krankenversicherungen grundsätzlich nicht mehr möglich. Auch dann nicht, wenn der Betroffene eine Anstellung findet, die sozialversicherungspflichtig ist, wenn er arbeitslos wird oder in Rente geht. Privat Versicherte, die seit mindestens zehn Jahren in der PKV sind, haben dann nur die Option, innerhalb der privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Die hier gebotenen Leistungen und die Höhe der Beiträge des Basistarifs in der PKV sind mit den Leistungen der GKV vergleichbar.

    15. FDP-Gesundheitsminister will die PKV für alle öffnen

    Der Gesundheitsminister hat die Absicht, das Geschäft der privaten Krankenversicherer deutlich auszuweiten. Er hat die Idee, dass in Zukunft alle Bürger, wenn sie wollen, in die private Krankenversicherung eintreten können. Die FDP sieht vor, dass alle Bürger frei wählen können, ob sie gesetzlich oder privat versichert sein wollen. Dabei ist natürlich notwendig, dass eine Grundleistung versichert wird.

    Das heißt, die FDP sieht vor, die Versicherungspflichtgrenze abzuschaffen, um dadurch allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Mit diesen Plänen kommt die FDP dem Verband der PKV noch zuvor, denn der wollte lediglich, dass die Versicherungspflichtgrenze gesenkt wird.

    16. Union lehnt Pläne der FDP ab

    Der Gesundheitsminister bekommt für seine Idee jedoch keine politische Mehrheit. Die Union will den Geschäftsbereich private Krankenversicherung nicht ausweiten. Allen Bürgern freie Wahl bei der Krankenversicherung zu geben ist nur dann möglich, wenn die private Krankenversicherung auch jeden Bürger annehmen müsste, unabhängig von seinen Vorerkrankungen und seinem Alter. Dass das nicht sein wird, ist schon heute klar. Anders als die FDP sehen SPD und Grüne vor, das bisherige duale System von PKV und GKV zu beenden und anstelle dessen eine sogenannte Bürgerversicherung einzuführen. Dabei soll den Versicherten in der PKV bis zu einem Stichtag frei Wahl gelassen werden, ob sie wechseln oder nicht. Neuversicherungen in der PKV gäbe es dann jedoch nicht mehr, was zur Folge hätte, dass die private Krankenversicherung ausbluten würde.

    Dieses Vorhaben findet allerdings nicht die Zustimmung von Union und FDP. Der Gesundheitsminister hat ferner die Idee, dass in Zukunft alle Versicherten vom Arzt eine Rechnung über die erbrachten Leistungen bekommen. Bisher besteht die Pflicht zur Rechnungslegung nur für die private Krankenversicherung. Bis die Politik sich geeinigt hat, wird noch einige Zeit vergehen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, in die private Krankenversicherung zu wechseln, sollten Sie das Pro und Kontra genau abwägen und das nicht tun, ohne vorab auf unserem Portal einen Versicherungsvergleich angestellt zu haben.

    © Syda Productions – Fotolia.com


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