Rentenversicherung

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Inhalt dieses Artikels

    Die Rentenversicherung in Deutschland ist mit ihrer Gründung im Jahr 1891 die älteste Versorgungsart für Alter und Krankheit, die es in der Geschichte bis dahin gab. Natürlich war das Prinzip der Rente, oder auch früher Leibrente, schon seit der Antike bekannt. Es waren einst Kaiser, Könige und Fürsten, die ihren Beamten und Bedienten Renten aussetzten, damit diese im Alter keine Not leiden mussten. Doch die Erwirtschaftung einer eigenen Altersversorgung mit einer selbst erarbeiteten Rente war kurz vor dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine Sensation. Die Not der Arbeiter hatte den politischen Strategen und deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck dazu veranlasst, ab 1883 eine grundlegende und umfassende Sozialgesetzgebung zu entwickeln und umzusetzen. Fast unmittelbar nach der Einführung der Krankenversicherung im Jahr 1883 kam im Jahr darauf auch schon die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland. Mit der gesetzlichen Rentenversicherung war schließlich der Grundstock zum umfassenden Reichsversicherungsgesetz gelegt, das im Jahr 1911 in Kraft trat. Mit der Einführung der Arbeitslosenversicherung 1927 war das Paket zunächst komplett. Die Rentenversicherung nimmt darin mit dem Generationenvertrag ihren festen Platz ein.

    1. Rentenversicherung, Soziabgaben und Sozialgesetzbuch

    Grundsätzlich fließt monatlich ein gewisser Anteil des auf Lohnsteuerkarte erarbeiteten Bruttolohns der Angestellten und Arbeiter in die Rentenversicherung. Einen weiteren Anteil in gleicher Höhe zahlt der Arbeitgeber. Diese Abgabe an die Rentenversicherung ist Teil der Sozialabgaben, die Beiträge für die Krankenkasse, die 1995 eingeführte Pflegeversicherung, die Arbeitslosenversicherung, den Solidaritätszuschlag für die neuen Bundesländer und den Rentenversicherungsbeitrag beinhaltet. Sämtliche Regelungen bezüglich der sozialen Absicherung der Bürger werden seit 1969 im Sozialgesetzbuch verankert, das stetig überarbeitet, ergänzt und aktualisiert wird.
    Zu den gesetzlichen Sozialabgaben, die zunächst für Arbeiter, dann für Angestellte und bald für alle Berufszweige eingeführt wurden, gesellte sich der Minijob. Sein Vorläufer war die geringfügige Beschäftigung, die im Jahr 1977 eingeführt wurde. Heute werden die Abgaben für Minijobs über die Minijobzentrale der Knappschaft Bahn-See eingezogen und weitergeleitet. Für die Weiterleitung der Sozialabgaben an die einzelnen Träger, wie unter anderem die Rentenversicherung, sind bei auf Lohnsteuerkarte beschäftigten Arbeitnehmern in der Regel die Krankenkassen zuständig.

    2. Die rentenrechtlich relevanten Zeiten

    Selbstständige können freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um ihre Versorgung im Alter abzusichern. Aber auch Zeiten der Ausbildung, des Wehrdienstes und der Arbeitslosigkeit sichern spätere Ansprüche aus der Rentenversicherung. Auch der Mutterschutz und der Erziehungsurlaub werden als rentenrechtliche Zeiten anerkannt. Dazu kommen Anrechnungszeiten der Rentenversicherung für Schule und Studium nach dem 17. Lebensjahr, für Praktika, den Bundesfreiwilligendienst und das Soziale Jahr. Behinderung, langwierige Krankheit und Zeiten der Rehabilitation können zu Versicherungszeiten der Rentenversicherung führen. Für die Erziehung von Kindern werden Mutter oder Vater ebenfalls rentenrechtliche Zeiten von der zuständigen Rentenversicherung anerkannt. Bei Scheidungen kommt eventuell das sogenannte Splittingverfahren zum Einsatz, damit keiner der Ehepartner rentenrechtlich benachteiligt aus der Trennung hervorgeht. Diese per Scheidungsurteil festgelegten Änderungen werden bei der Rentenversicherung gespeichert und sie fließen in die spätere Rentenberechnung ebenfalls mit ein. Aber noch viele, weitere Aspekte können zum Erwerb von Rentenansprüchen führen. Das kann auch in bestimmten Fällen die Pflege eines schwerbehinderten, kranken und pflegebedürftigen Angehörigen oder eine eigene, angeborene oder erworbene Behinderung sein.

    3. Die verschiedenen Rentenarten

    4. Gesetzliche Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellte

    Im Laufe seines Lebens erwirbt der Mensch durch Abgaben und versicherungsrechtlich relevante Zeiten Ansprüche bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Berechnung der Rente durch die Rentenversicherung setzt sich ganz individuell aus mehreren Faktoren wie Versicherungsjahren und Höhe der Einzahlungen, Kindererziehungszeiten und sonstigen, relevanten Zeiten zusammen. Seit einigen Jahren werden die Versicherten der Deutschen Rentenversicherung regelmäßig informiert, wie hoch die Rente voraussichtlich sein wird. Diese Maßnahme soll die Versicherten dazu bringen, dass sie etwaige Lücken im Versicherungsverlauf der Rentenversicherung schließen und so der Altersarmut aktiv vorbeugen.

    5. Die Pension der Beamten als Rentenversicherung

    Nicht nur den Angestellten und Arbeitern in den gesetzlichen Rentenversicherungen, sondern auch den beamteten Arbeitnehmern wird Rente gezählt. Beamte schließen zu Beginn ihrer Beschäftigung einen Vetrag mit dem Staat ab, dass sie diesem bis zu ihrer Pensionierung als Arbeitskraft zur Verfügung stehen. Dadurch entstehen besondere Rechte, aber auch besondere Pflichten für die beamteten Arbeitnehmer. Beamten können Lehrer, Polizisten, Verwaltungsfachkräfte und viele andere Berufsgruppen der Staatsbediensteten sein. Nicht nur bezüglich der Altersbezüge, sondern auch hinsichtlich der Krankenversicherung und im Steuerrrecht haben Beamte einen Sonderstatus.

    6. Betriebsrenten

    Vor allen Dingen größere Betriebe in der Industrie zahlen ihren Angestellten und Arbeitern oftmals Betriebsrenten. Dann haben sie einen eigenen Rentenfond, der vom eigentlichen Geschäft strikt getrennt ist. Mit einer bestimmten Dauer der Betriebszugehörigkeit erwerben sie eine Betriebsrente, die neben den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden kann.

    7. Knappschaften

    Die Reichsversicherungsordnung wurde zwar von Reichskanzler Otto von Bismarck in die Wege geleitet, aber ihr Ursprung liegt in den Knappschaften. Schon seit vielen Jahrhunderten gibt es Zusammenschlüsse der Bergwerksarbeiter, die der sozialen Absicherung und dem Gedanken der Solidargemeinschaft dienen. Schon zu Ende des 13. Jahrhunderts n. Chr. existierten erste Knappschaftskrankenhäuser. Während die Knappschaften früher den Arbeitnehmern der Bergwerke vorenthalten waren, sind sie seit ein paar Jahren für alle Arbeitnehmer frei zugänglich.

    8. Knappschaft Bahn-See

    Die Knappschaft Bahn-See ist für eine Sonderform der Rentenversicherung und der Sozialversicherung zuständig, denn sie zieht die Beiträge der im Minijob Beschäftigten ein. Während früher nur der Arbeitgeber Beiträge zahlen musste, sind die freiwilligen Beiträge zur Rentenversicherung auch für den Arbeitnehmer 2014 zur Pflicht geworden. Auch diese Maßnahmen sollen das Ausmaß der Altersarmut zusätzlich bekämpfen und Geld in die Rentenversicherung der Arbeitnehmer bringen.

    9. Selbstständige

    Selbstständige zahlen den immer wieder neu berechneten, jährlichen Regelbeitrag. Selbstverständlich können sie auch darüber hinaus einzahlen, um die Höhe der späteren Rente zu beeinflussen. So können bereits gespeicherte Zeiten eines Arbeitnehmers durch Einzahlungen in die Rentenversicherung als Selbstständiger ergänzt werden, um Altersarmut und Grundsicherung zu vermeiden.

    10. Das Prinzip der Rentenversicherung

    Ein kompliziertes Verfahren errechnet die Ansprüche des Arbeitnehmers mit Eintritt in das Rentenalter. Dieses Rentenalter ist für Mann und Frau unterschiedlich geregelt und es wird von Zeit zu Zeit angehoben oder auch wieder gesenkt. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, welche Form der Rente gezahlt wird, wie hoch sie ist und ab wann sie bezogen werden kann. Es ist wichtig, dass der Mensch im Laufe seines Lebens alle relevanten Unterlagen sorgfältig aufbewahrt. Es kann sonst sein, dass Versicherungszeiten nicht angerechnet werden, was sich auf die grundsätzliche Bewilligung und die Höhe der einzelnen Renten der verschiedenen Rentenarten auswirken kann.

    11. Das Verfahren in der heutigen Form

    Während es vor ein paar Jahrzehnten noch relativ einfach war, die später zu erwartende Rente eines Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung zu errechnen, findet heute ein kompliziertes Verfahren Anwendung. Für den Laien ist es kaum möglich, den Dschungel der Rentenversicherung zu durchforsten. Deshalb gibt es ehrenamtliche Berater der Deutschen Rentenversicherung, bei denen es sich meist um deren ehemalige, berentete Mitarbeiter handelt. Es gibt in jeder deutschen Gemeinde solche Ansprechpartner, die bei der Klärung von rentenrechtlichen Belangen kostenlos behilflich sind. Auf Antrag kann die Rentenversicherung jederzeit Auskunft über die bereits gespeicherten Zeiten und die zu erwartende Rente geben.

    12. Relevante Faktoren der später zu erwartenden Rente

    Die gesetzliche Rentenversicherung speichert relevante Zeiten und die Höhe der Einzahlungen. Dabei wird genau differenziert, ob es sich um Beiträge aus einer Beschäftigung oder sonstige Pflichtversicherungsbeiträge handelt. Zu diesen sonstigen Zeiten, die bei der Rentenversicherung gespeichert werden, gehören zum Beispiel Pflichtversicherungsbeiträge aus Zeiten der Arbeitslosigkeit, der beruflichen und medizinischen Rehabilitation, des Mutterschutzes, der Erziehungszeiten für Kinder oder der Schule und des Studiums. Auf unterschiedliche Art und Weise wirken sich die bei der Rentenversicherung gespeicherten Zeit auf die spätere Rente aus. Es werden Jahre, Beträge und auch Punkte gesammelt, wobei ein höchst differenziertes Faktorverfahren angewandt wird.

    13. Die Berechnungsgrundlagen der Rentenversicherung

    Die Höhe der zu zahlenden, monaltlichen Rente durch die Rentenversicherung setzt sich aus vielen Faktoren zusammen, welche die sogenannte Rentenformel ergeben. Dabei werden die Entgeltpunkte, der Zugangsfaktor, der aktuelle Rentenwert und der Rentenartfaktor miteinander multipliziert. Das ergibt die aktuelle Höhe der später zu erwartenden Rente. Verschiedene Rentenarten wie die zeitlich befristete Erwerbsminderungsrente, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, die Regelaltersrente und die Rente für besonders langjährige Versicherte erfordern auch die Erfüllung unterschiedlicher Voraussetzungen. Relevante Versicherungszeiten wie 60 Monate für den Mindestanspruch, 15 Jahre für besondere Leistungen, 35 Jahre für die Regelaltersrente und 45 Jahre für die Rente der besonders langjährig Versicherten sind Anhaltspunkte für die Zahlung verschiedener Rentenarten. Die Anzahl der Versicherungsjahre, der Grad der Behinderung und weitere, medizinisch bedingte Faktoren können die Zahlung einer Rente für Schwerbehinderte auf Antrag möglich machen.

    14. Die Witwen- und Waisenrente der Rentenversicherung

    Die Rentenversicherung zahlt nicht nur an den Versicherten selbst, sondern im Todesfall auch an seine Angehörigen, wenn die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Bei den Renten für Hinterbliebene wird nicht nur an den verwitweten Ehepartner die kleine oder große Witwenrente gezahlt, sondern auch die Waisen stehen nicht mittellos da. Ist ein Elternteil verstorben, dann können Kinder Halbwaisenrente bekommen. Leben beide Elternteile nicht mehr, dann wird eine Vollwaisenrente gezahlt. Diese endet normalerweise mit der Volljährigkeit, kann aber unter bestimmten Vorausetzungen wie Schulbesuch, Ausbildung und Studium auch darüber hinaus gezahlt werden.

    15. Die Rentenversicherung als Träger besonderer Leistungen

    Die Rentenversicherung ist laut geltender Fassung des Sozialgesetzbuches und aufgrund rentenrechtlicher Vorschriften dazu verpflichtet, einer der Träger von besonderen Leistungen zu sein. Dabei handelt es sich vor allen Dingen um die Leistungen zur beruflichen und medizinischen Rehabilitation, die von der gesetzlichen Rentenversicherung getragen werden. Nicht nur die Versicherten selbst, sondern auch ihre Kinder, die noch keine eigene Rentenversicherung besitzen, können Anspruch auf Leistungen der Rehabilitation aus der Rentenversicherung haben.

    16. Unterschiedliche Träger von Leistungen

    Es gibt unterschiedliche Träger für die Leistungen im Bereich Gesundheit, Behinderung, Rente und Unfall. Hier kommt ebenfalls ein kompliziertes Prinzip zum Einsatz: Es ist das der Vorrangigkeit von Ansprüchen, welches über den zuständigen Träger entscheiden kann. So sind dies bei Unfällen in Ausübung des Berufs oder bei Wegeunfällen in vielen Fällen die Berufsgenossenschaften und verschiedene Versicherungen, während bei Erkrankungen die Rentenversicherung und die Krankenkassen zuständig sein können. Krankenkassen zahlen keine Renten, aber sie sind zur Auszahlung des Krankengeldes oder eventuell auch für Rehabilitationsmaßnahmen zuständig. Nicht jeder Rentenversicherte hat automatisch Anspruch auf besondere Leistungen, denn es müssen Mindestzeiten an Versicherungsjahren vorhanden sein. Diese betragen für manche der Leistungen 60 Monate, für andere 15 Jahre. Dazu gehören der Anspruch auf Kuren wie auch das Kraftfahrzeughilfegesetz und der Anspruch auf besondere, medizinische Hilfen der Rentenversicherung.

    17. Die Riesterrente

    Eine Sonderform der Erhöhung von Rentenansprüchen ist die sogenannte Riesterrente. Sie ist einer der Eckpfeiler der Altersvorsorge, mit der seit dem Jahr 2002 das Ansparen privater Rentenbeiträge durch den Staat aktiv belohnt und gefördert wird. Seit 2002 hat es allerdings viele Änderungen in dem ursprünglich verabschiedeten Gesetz gegeben. Denn sowohl Urteile des Europäischen Gerichtshofs wie auch Änderungen im Konzept der Riester-Rente hatten Auswirkung auf diese Art der Altersvorsorge. Langjährige Förderungen wie die Eigenheimzulage sind mittlerweile weggefallen. Die Zahlung der Riester-Rente kann sowohl als ausschließlich private, wie auch durch betriebliche Finanzierung erreicht werden. Es gibt Befürworter und Gegner der Riester-Rente als privater Rentenversicherung in den politisch relevanten Parteien, so dass Änderungen in diesem Bereich der Rentenversicherung auch künftig zu erwarten sind.

    18. Die alten und die neuen Bundesländer

    Mit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 kamen auf die Rentenversicherung erhebliche Probleme zu. Der wirtschaftliche Niedergang der ehemaligen DDR und die sozialistische Gesetzgebung in den neuen Ländern erforderte ein Modell, das allen Bürgern des wiedervereinigten Deutschland gerecht werden sollte. Der Anteil an arbeitenden Frauen in der ehemaligen DDR war ungleich höher als der in den alten Ländern. Die sogenannte Sozialunion trat im Zuge des Vertrages zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten in Kraft. Ziel war unter anderem die stufenweise Anhebung der Rentenansprüche und Renten in den neuen Bundesländern. Diese Anpassungen werden wohl erst um das Jahr 2020 abgeschlossen sein.

    19. Die Stabilität der Rentenversicherung

    Die wichtigsten Faktoren für eine stabile Rentenpolitik sind die Unantastbarkeit der Rentenkassen, die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der Generationenvertrag. Jede Generation muss für sich selbst, für Ältere, aber auch für die künftigen Generationen Verantwortung übernehmen. Die Bekämpfung von Schwarzarbeit ist ein sehr wichtiger Aspekt für die Stabilität der Rentenversicherung.

    20. Renten und Steuern

    Für Renten sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Steuern zu bezahlen. Jeder Rentner sollte sich aktiv informieren und seine Steuererklärung gegebenenfalls selbst abgeben oder dies durch einen autorisierten Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater tun lassen. Erst im Jahr 2013 hatten die Finanzämter der Bundesrepublik Deutschland Hunderttausende von Rentnern zur Abgabe von Steuererklärungen aufgefordert.

    © goodluz – Fotolia.com


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