Unfallversicherung

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    Im Rahmen einer Unfallversicherung ist das Risiko eines Unfalls versichert. Im Bereich der Unfallversicherung wird in Deutschland in die gesetzliche und in die private Unfallversicherung unterschieden. In beiden Fällen ist der Begriff Unfall identisch. Ein Unfall im Sinne der Unfallversicherung ist ein plötzlich und von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, durch das der Versicherte unfreiwillig, also gezwungenermaßen einen gesundheitlichen Schaden erleidet. Diese Definition für die Unfallversicherung wird unterschiedlich formuliert, aber einheitlich und eindeutig interpretiert. So klammert sie beispielsweise alle Ereignisse aus, die im Sinne einer Unfallversicherung kein Unfall sind. Das ergibt sich aus dem Umkehrschluss dieser Begriffsbestimmung. Ein Unfall ist keine Krankheit, wiewohl eine anschließende Krankheit ihre Ursache in einem vorangegangenen Unfall haben kann. Unfreiwillig sagt klar aus, dass Selbstverstümmelung kein Unfall im Sinne der Unfallversicherung ist. Sie geschieht freiwillig und vorsätzlich, zumindest grob fahrlässig. Der Unfall geschieht plötzlich, oftmals von Sekunde zu Sekunde. Im Bereich der Unfallversicherung werden in vielen Fällen Kausalzusammenhänge definiert, die anschließend Grund und Anlass für Rechtsstreitigkeiten sind.

    1. Was ist eine Unfallversicherung

    Die gesetzliche Unfallversicherung ist in Deutschland ein Zweig der Sozialversicherung. Rechtsgrundlage ist das siebente Sozialgesetzbuch, kurz SGB VII. Versichert sind Arbeitsunfälle mit allen daraus resultierenden Folgen. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die gewerblichen sowie die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen und die Feuerwehr-Unfallkassen. Jeder einzelne Beruf ist einer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse zugeordnet. Tagtäglich geschehen bundesweit zahlreiche Berufsunfälle. Viele von ihnen verlaufen glimpflich, ohne dass daraus Folge- oder Dauerschäden resultieren. Schwere Berufsunfälle, zum Beispiel bei Berufskraftfahrern, oder bei Angehörigen der Berufsfeuerwehr, können Folgeschäden bis hin zur Berufsunfähigkeit nach sich ziehen. Im Einzelfall wird von jeder gesetzlichen Unfallversicherung sehr genau geprüft, ob es sich um einen Berufsunfall handelt. Zum Beruf zählt auch der direkte Weg zur und von der Arbeitsstätte. Gerade in diesem Randbereich gibt es viele Unstimmigkeiten, die letztendlich gerichtlich entschieden werden müssen. Dabei geht es fast immer darum zu definieren, was der direkte Weg ist. Damit ist nicht nur die räumliche Entfernung gemeint, sondern auch der Anlass. Wenn jemand seine Arbeitsstätte verlassen hat und auf halbem Wege nochmals dorthin zurückkehrt, dann kann der Anlass dafür entscheidend sein, ob es sich bei einem Unfall auf dem endgültigen Weg von der Arbeitsstätte zur privaten Wohnung hin um einen direkten Weg von der Arbeit gehandelt hat. Die gesetzliche Unfallversicherung ist eher darauf bedacht, den Berufsunfall als solchen aus- und abzugrenzen, als dass sie großzügig einen Unfall als Berufsunfall anerkennt. Wer in einem solchen Falle eine private Unfallversicherung abgeschlossen hat, der wird in Bezug auf seine Ansprüche von einer zur anderen Unfallversicherung weitergeleitet, buchstäblich hin- und hergeschoben. Anderenfalls hat der Verunfallte keinerlei Ansprüche, wenn in einem Zweifelsfall die gesetzliche Unfallversicherung den Unfall nicht als solchen anerkennt.

    2. Was bietet mir die private Unfallversicherung?

    In der privaten Unfallversicherung hat der Versicherungsnehmer einen Anspruch auf einmalige Kapitalleistungen oder auf eine Unfallrente. Hier ist die Definition des Unfalls deutlich einfacher als in der gesetzlichen Unfallversicherung. Eine private Unfallversicherung gilt in aller Regel 24h täglich, also rund um die Uhr und weltweit. Das ist der allgemeine Versicherungsstandard, von dem im Einzelfall auf Wunsch des Versicherungsnehmers abgewichen werden kann. Die private Unfallversicherung ist eine freiwillige Versicherung. Auch wenn sie zweckmäßig und notwendig ist, gibt es keine gesetzliche Vorgabe; ganz im Gegensatz zu Kranken- und Pflegeversicherung, zu Kfz-Haftpflichtversicherung, oder eben zur gesetzlichen Unfallversicherung. Ein typisches Beispiel für die Notwendigkeit einer privaten Unfallversicherung ist die 2010er Veranstaltung der Love Parade in Duisburg. Wer von den hunderten zum Teil schwerstverletzten Teilnehmern hätte am Spätvormittag des Samstags gedacht oder erwarten können, was ihnen wenige Stunden später zustoßen würde. Mit einer privaten Unfallversicherung lassen sich Versorgungslücken aus medizinischer und finanzieller Sicht schließen, die ansonsten unüberbrückbar sind. Schon für einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag wird eine private Unfallversicherung angeboten, wie ein Versicherungsvergleich auf www.besttarif.org mit wenigen Eingaben und Mausklicks zeigt.

    Während die gesetzliche Unfallversicherung klare bis starre Vorgaben zum Leistungsspektrum hat, lässt sich eine private Unfallversicherung sehr individuell ausgestalten. Die Basisleistung jeder Unfallversicherung ist eine finanzielle Versorgung und Absicherung des Versicherungsnehmers als Unfallfolge. Damit ist die sogenannte Invalidität angesprochen, die als eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen sowie geistigen Leistungsfähigkeit definiert wird. Sie kann aus einem Gebrechen, aus einer Krankheit, oder eben aus einem Unfall heraus resultieren. Eine Invalidität führt, je nach dem Invaliditätsgrad, zu einer dauerhaften Berufs- oder Erwerbsminderung. Die Höhe der Invaliditätsleistung kann durch eine Progressionssteigerung der ursprünglichen Summe einer Unfallversicherung erhöht werden. Die Grundsumme der Unfallversicherung wird im Invaliditätsfall durch eine Progression um einige hundert Prozent erhöht. Bei einer fünfhundertprozentigen Progression und einer Grundsumme von zehntausend Euro beträgt die Leistung der Unfallversicherung bei einer Vollinvalidität das Fünffache, also fünfzigtausend Euro. Mit einer derartigen Progression lässt sich die Grundsumme der privaten Unfallversicherung mit Blick auf eine Rente wegen Vollinvalidität spürbar steigern. Grundsumme und Progression sind zwei besondere Anlässe für einen genaueren Versicherungsvergleich, so wie er auf www.besttarif.org möglich ist.

    Der jeweilige Invaliditätsgrad bemisst sich nach der Gliedertaxe für die Unfallversicherung. Grundsätzlich gilt die sogenannte normale Gliedertaxe, wobei für Angehörige der Heilberufe eine separate Gliedertaxe vereinbart werden kann. Hier weichen einzelne Staffelungen teilweise von der ansonsten gültigen Gliedertaxe ab. Die Gliedertaxe mit ihren einzelnen Funktionseinschränkungen wird bei Leistungen der Unfallversicherung auf die Gebrauchsminderung herunter gerechnet, also reduziert. Wenn der Verlust eines Fingers nach der Gliedertaxe mit zwanzig Prozent angesetzt wird, dann wird anschließend von einem ärztlichen Gutachter die tatsächliche Gebrauchsminderung im Alltag festgelegt. Beträgt die nur die Hälfte, dann reduziert sich die errechnete Leistung aus der Versicherungssumme im zwanzigprozentigen Anteil nochmals um fünfzig Prozent. Aus zehntausend Euro Versicherungssumme ergeben sich bei zwanzig Prozent Invalidität zweitausend Euro, die sich ihrerseits nochmals um die Hälfte als tatsächliche Gebrauchsminderung auf letztendlich tausend Euro reduzieren.

    3. Sonderformen der Unfallversicherung

    Als Unfallversicherung mit sogenannter Ausschnittsdeckung werden Unfallversicherungen bezeichnet, die zeitlich oder auf einen bestimmten Anlass begrenzt sind. Zu ihnen gehören die Pkw-Insassenunfallversicherung, oder die Reiseunfallversicherung. Während der Autofahrt gilt die Insassenunfallversicherung, und zwar vom Anlassen bis zum Abstellen des Motors. Der Insasse muss auf seinem Sitzplatz angeschnallt sein, ansonsten wird der Unfallschutz gefährdet. Auch die Reiseunfallversicherung ist anlassbezogen. Sie beginnt mit Reiseantritt und läuft zusammen mit dem Reiseende aus. In der Police für diese Unfallversicherung sind Beginn und Ende des Versicherungsschutzes genau definiert. Für die Benutzer von Kreditkarten gilt vielfach dann eine eigene Unfallversicherung, wenn sie die Buchung von Flug, Mietwagen oder Hotel mit der Kreditkarte bezahlen. Für sie gilt in solchen Fällen eine weltweite private Unfallversicherung.

    4. Zusatzleistungen im Baukastensystem

    Jede private Unfallversicherung lässt sich durch eine Vielzahl an zusätzlichen Leistungen ergänzen. In den meisten Fällen kommt zur Unfallversicherung eine Todesfallleistung hinzu. Im Falle des Unfalltods sind mit dieser Ergänzung die damit verbundenen Folgekosten finanzierbar. Dieser Zusatz in der Unfallversicherung ersetzt aber keineswegs die eigentliche Sterbeversicherung. Denn die Todesfallleistung gilt ausschließlich für einen Unfall, nicht für ein Ableben aus Krankheitsgründen. Schwierig kann es im Einzelfall werden, wenn zu einem späteren Zeitpunkt nach dem Unfall der Tod eintritt und medizinisch der Anlass dafür festgestellt wird. Je nach Höhe der Versicherungssumme und des Verhaltens der Versicherungsgesellschaft kann das der Anlass für oft jahrelange Gerichtsverfahren sein. Leidtragende sind die Hinterbliebenen, die mit einer Sterbegeldversicherung in dieser Hinsicht auf der ganz sicheren Seite sind.

    5. Hinterbliebenen Vorsorge

    Eine Vorsorge für Hinterbliebene ist im Rahmen einer Unfallversicherung der Baustein Partner- und Waisenrente. Zusätzlich zur Todesfallleistung wird mit dem Ableben des Versicherten an die Hinterbliebenen eine lebenslange Witwenrente in der vertraglich vereinbarten Höhe gezahlt. Vergleichbares gilt für die Waisenrente. Diese zusätzliche Leistung der Unfallversicherung schützt die Angehörigen vor plötzlichen finanziellen Problemen bei Unfalltod des Versicherten als Hauptverdiener. Je jünger er ist, umso geringer ist der Anspruch auf eine gesetzliche Witwenrente. Abhängig von der individuellen Lebens- und Partnerschaftssituation kann diese private Partnerrente die einzige finanzielle Absicherung für die Hinterbliebenen sein, wenn kein Anspruch auf eine gesetzliche Hinterbliebenenrente besteht. Mit einer solchen Partner- und Waisenrente kann zumindest temporär eine wirtschaftliche Notlage verhindert werden. Abhängig von der einzelnen Unfallversicherung wird sie auch in den Fällen gezahlt, in denen der Tod innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach dem Unfall eintritt und ursächlich auf den Unfall zurückzuführen ist. In diesem Falle muss wiederum mit einer detaillierten Prüfung der Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft gerechnet werden.

    6. Bergungskosten

    Bergungskosten gehören zu jeder guten privaten Unfallversicherung. Das zeigt auch ein Versicherungsvergleich auf www.besttarif.org. Nach jedem Unfall geht es darum, den Betroffenen so schnell und so reibungslos wie möglich an seinen heimischen Wohnsitz zu überführen. Sei es zur dortigen stationären Behandlung, oder aber zu Reha-Maßnahmen. Viele, aber bei weitem nicht alle Unfälle geschehen in den eigenen vier Wänden. Eine Bergung, also der Transport kann kostenintensiv werden, ohne dass an einzelnen Kostenarten gespart werden kann. Typische Beispiele für Bergungskosten ist der notwendige Rückflug in die Heimat, vielfach mit einem Charterflugzeug oder mit einem gemieteten Hubschrauber. Alles muss schnell und dadurch individuell abgewickelt werden. Kosten spielen in dieser Situation keine Rolle, die Gesundheit des Verunfallten geht vor. Bei einer guten Unfallversicherung brauchen sich die Betroffenen auch anschließend keine Gedanken um die angefallenen Kosten zu machen.

    7. Kosmetische Operationen

    Kosmetische Operationen nach Unfällen sind eher an der Tagesordnung als eine Seltenheit. In vielen Fällen reicht ein einziger kosmetischer Eingriff nicht aus. Je nach Art und Schwere des Unfalles sind über einen längeren Zeitraum hinweg mehrere chirurgische Operationen notwendig. Für eine medizinische Notwendigkeit sind bei den gesetzlichen Krankenkassen, aber auch bei den privaten Krankenversicherungen die Grenzen recht eng gesteckt. Was nicht medizinisch notwendig ist, das wird nicht bezahlt. Die private Unfallversicherung leistet, je nach Versicherungsvertrag, einen niedrigen bis mittleren fünfstelligen Eurobetrag für kosmetische Operationen. Das klingt viel, aber derartige Eingriffe, oftmals auch an der Grenze hin zur kosmetischen Schönheitschirurgie, sind teuer. Nach einem Unfall, der bei einer Notwendigkeit zu kosmetischen Operationen dementsprechend schwerwiegend war, ist es beruhigend zu wissen, dass an der Wiederherstellung des Aussehens nicht gespart zu werden braucht. In diesem Zusammenhang ist das Haushaltshilfegeld eine angenehme Ergänzung im Rahmen der Unfallversicherung. Es kann durchaus hilfreich sein, wenn einige Tage oder Wochen nach dem Unfall eine fachliche Haushaltshilfe zur Hand geht; sei es der Hausfrau, oder den Kindern, wenn die Erzieher Unfallbeteiligte gewesen sind.

    Krankenhaustagegeld, Kurkostenbeihilfe oder Reha-Beihilfe sind allesamt Zusatzleistungen, die im gegebenen Falle hilfreich sind und den Alltag nach einem Unfall erleichtern. Es sind Leistungen, die von den Krankenkassen gar nicht oder nur deutlich reduziert finanziert werden. Die Kurkosten- oder die Reha-Beihilfe im mittleren vierstelligen Eurobereich ist eine spürbare Hilfe, ohne dass sie den Monatsbeitrag zur Unfallversicherung sichtbar verteuert. Und mit dem Krankenhaustagegeld für den unfallbedingten stationären Aufenthalt lassen sich einmalige Ausgaben finanzieren, die ansonsten nicht angefallen wären. Das beginnt bei den Basiskosten der Pflichtversicherten für die ersten Wochen des Krankenhausaufenthaltes und reicht hin bis zu notwendigen Anschaffungen für Kleidung oder für Hilfsmittel, die privat bezahlt werden müssen. Auch am Kurort oder während der Reha werden Ausgaben fällig, die rein anlassbezogen, trotzdem aber dringend notwendig sind.

    Alle Anbieter einer Unfallversicherung lassen sich viel zu ihrem Angebot einfallen. Es reicht nicht, nur die Zahlen der Unfallversicherung miteinander zu vergleichen. Bei der Unfallversicherung kommt es, vielleicht mehr als bei manch anderer Versicherung, auf die Inhalte an. Ein Beispiel dafür ist die gebündelte Versicherung. Wer mehrere, also noch andere Versicherungen bei demselben Versicherer abschließt, der erhält erhöhte Leistungen aus seiner Unfallversicherung. Einerseits macht es durchaus Sinn, möglichst viele Versicherungen bei einem Anbieter zu bündeln. Andererseits sollte ungeachtet dessen von Zeit zu Zeit ein Versicherungsvergleich bei www.besttarif.org gemacht werden. Wenn einzelne Versicherungen bei den Mitbewerbern günstiger sind, dann muss zusätzlich die Leistungserhöhung bei der Unfallversicherung mitberücksichtigt werden. Das geschieht zwar nur präventiv, kann im Falle eines Unfalles jedoch die Leistung deutlich verbessern.

    Auch der sogenannte Mitwirkungsanteil von Gebrechen oder von Vorerkrankungen in einer prozentualen Höhe hat Einfluss auf die private Unfallversicherung. Wenn aus gesundheitlichen Gründen bereits ein bestimmter Invaliditätsgrad vorliegt und amtlich bestätigt ist, dann kann ein individueller Prozentsatz des Grades der Behinderung, kurz GdB, in die Unfallfolgen einbezogen werden. Dadurch erhöhen und verfrühen sich die Ansprüche aus der privaten Unfallversicherung.

    8. Fazit

    Als Fazit zur Unfallversicherung bleibt festzuhalten, dass sie kein Geschäft mit der Angst, sondern eine notwendige Vorsorge für den Alltag ist. Ein Unfall ist, wie eingangs definiert, ein plötzliches Ereignis. Es ist weder kalkulierbar noch vorhersehbar. Niemand rechnet damit, niemand wünscht sich einen Unfall, und trotzdem kann er jederzeit geschehen. Jeder Unfall ist für den Betroffenen und für die Angehörigen eine Ausnahmesituation. Mit einer guten Unfallversicherung können finanzielle Sorgen und Probleme vermieden oder auf ein Mindestmaß reduziert werden. Je früher eine Unfallversicherung abgeschlossen wird, umso preisgünstiger ist sie.

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