Krankentagegeldversicherung

Inhalt dieses Artikels

    Bei der privaten Krankentagegeldversicherung handelt es sich um eine freiwillige Zusatzversicherung, die gesetzlich Versicherte und privat Versicherte abschließen können, um sich bei Krankheit vor Verdienstausfall zu schützen. Sinnvoll ist die Krankentagegeldversicherung in erster Linie für gewerblich Tätige und für Freiberufler. Arbeitnehmer bekommen im Krankheitsfall vom Arbeitgeber über sechs Wochen eine Lohnfortzahlung und bei längerer Krankheit zahlt die Krankenversicherung Krankengeld.

    Allerdings beträgt das Krankengeld nur 70 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, sodass im Fall von längerer Krankheit eine Diskrepanz zum eigentlichen Nettoeinkommen entsteht. Wer sichergehen will, dass er auch im Krankheitsfall keine finanziellen Einbußen hat, schließt auch als Arbeitnehmer eine Krankentagegeldversicherung ab, um Versorgungslücken zu vermeiden.

    1. Krankentagegeld bis zur Höhe des Nettoeinkommens

    Arbeitnehmer und Selbstständige oder Freiberufler, die für längere Zeit arbeitsunfähig werden, müssen ein deutlich geringeres Nettoeinkommen hinnehmen, wobei es Arbeitnehmer deutlich besser haben als Selbstständige, denen die Einnahmen völlig wegbrechen können, wenn sie Einzelunternehmer sind oder freiberuflich arbeiten. Bei Arbeitsunfähigkeit kann Krankentagegeld die Rettung sein. Viele Freiberufler oder Selbstständige, die keine entsprechende Absicherung haben, mussten bei längerer Krankheit ihr Unternehmen aufgeben oder gar Insolvenz anmelden. Krankentagegeld wird hingegen solange gezahlt, bis der Versicherte wieder genesen ist oder bis Berufsunfähigkeit eintritt.

    Der Versicherer ist bei einer Krankentagegeldversicherung vertraglich verpflichtet, den als Folge von Krankheit durch Arbeitsunfähigkeit entstehenden Verdienstausfall durch das vereinbarte Krankentagegeld auszugleichen.

    2. Was leistet eine Krankentagegeldversicherung

    Die Versicherung bietet Schutz bei Verdienstausfall infolge von Krankheiten oder Unfällen, wenn es dadurch zu Arbeitsunfähigkeit kommt. Im Versicherungsfall wird für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit Krankentagegeld wie vertraglich festgelegt gezahlt. Dabei muss die vorliegende Arbeitsunfähigkeit vonseiten eines Arztes festgestellt werden. Um Krankentagegeld von der Versicherung zu bekommen, muss der Versicherungsnehmer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes beim Versicherer vorlegen. Das ärztliche Attest ist die Grundvoraussetzung zur Gewährung von Leistungen aus der Krankentagegeldversicherung.

    3. Wichtig zu wissen

    Eine Versicherung zahlt nicht, wenn die Arbeitsunfähigkeit wegen auf Vorsatz beruhender Krankheiten und Unfällen und deren Folgen entsteht. Sie zahlt auch nicht bei Entziehungskuren, bei Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch oder Fehlgeburt.

    In den Versicherungsbedingungen ist weiterhin geregelt, dass das Krankentagegeld zusammen mit anderen Krankentage- und Krankengeldern das kalendertägliche Nettoeinkommen nicht übersteigen darf. Deswegen ist der Versicherte verpflichtet, dem Versicherer eine nicht nur vorübergehende Reduzierung des aus seiner beruflichen Tätigkeit erzielten Nettoeinkommens mitzuteilen. Wenn der Versicherer feststellt, dass das Nettoeinkommen des Versicherungsnehmers unter die Höhe des dem Vertrag zugrunde gelegten Einkommens fällt, kann er, auch ohne Versicherungsfall das Krankentagegeld entsprechend herabsetzen. Wenn sich das Nettoeinkommen hingegen erhöht, kann bei Bedarf das Krankentagegeld auf Antrag entsprechende erhöht werden. In der Regel ist in den Versicherungsbedingungen verankert, dass der Versicherte alle drei Jahre die Option hat, das Krankentagegeld seiner Einkommensentwicklung anzupassen.

    4. Die Krankentagegeldversicherung für Selbstständige und Freiberufler

    Bei Selbstständigen wird der Gewinn als Arbeitseinkommen gewertet. Das ist in diesem Fall der Unternehmensumsatz abzüglich der Betriebsausgaben. Wegen der relativ großen Schwankungsbreite beim Gewinn haben Selbstständige oft ein Problem, die Höhe ihres Arbeitseinkommens festzusetzen.

    Selbstständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, hatten früher die Möglichkeit, sich den Anspruch auf Krankengeld zu sichern. Das war teuer und wenig sinnvoll. Flexibler und sicherer ist für Selbstständige der Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung. Hier besteht zudem die Möglichkeit, frei zu wählen, ab wann die Leistung „Krankentagegeld“ gewährt werden soll. Darüber hinaus sind auch Berufskrankheiten und Berufsunfälle mit versicherbar.

    Einschränkend ist jedoch zu bemerken, dass eine Versicherung mit Anspruch auf Krankentagegeld innerhalb der ersten vier Wochen sehr teuer ist. Für die erste Zeit sollten Unternehmer Rücklagen bilden und so finanziell für Zeiten von Arbeitsunfähigkeit vorsorgen, die von kurzer Dauer ist. Schließt ein Selbstständiger eine private Krankentagegeldversicherung ab, wird vertraglich vereinbart, dass die Versicherung automatisch endet, wenn die Selbstständigkeit aufgegeben wird. Das Krankentagegeld kommt steuerfrei zur Auszahlung und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Darüber hinaus wird den Selbstständigen empfohlen, die Versicherung dahin gehend zu befristen, dass sie mit Eintritt des Rentenalters endet. Darüber hinaus kann eine Verlängerungsoption vereinbart werden, die die Laufzeit des Vertrages bis zum 70. Lebensjahr vorsieht, ohne dass eine neue Risikoprüfung stattfindet und eine neue Wartezeit erfüllt werden muss.

    5. Das Krankentagegeld und die Einkommenssteuer

    Zahlungen, die Versicherte aus der privaten Krankentagegeldversicherung erhalten, sind weder einkommensteuerpflichtig noch unterliegen sie dem Progressionsvorbehalt. Beim Ausfüllen der Einkommenssteuerklärung sind von daher keine Angaben zum Leistungsbezug erforderlich.

    6. Kündigung einer Krankentagegeldversicherung

    Als Versicherungsnehmer ist man berechtigt, den Versicherungsvertrag zum Ende eines jeden Versicherungsjahres unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zu kündigen. Dabei kann die Kündigung immer auf einzelne versicherte Personen oder Tarife beschränkt werden.

    Wird ein Versicherungsnehmer zum Beispiel wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, kann er innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht seine Krankentagegeldversicherung rückwirkend zum Eintritt der Versicherungspflicht kündigen. Wenn der Versicherte von seinem Kündigungsrecht Gebrauch macht, steht der Versicherung der fällige Beitrag auch nur bis zum Zeitpunkt des Eintritts der Versicherungspflicht zu. Der gesetzlichen Versicherungspflicht steht auch der bestehende gesetzliche Anspruch auf Familienversicherung oder der nicht nur vorübergehende Anspruch auf Heilfürsorge aus einem Dienstverhältnis als Beamter gleich.

    7. Wie finde ich die richtige Krankentagegeldversicherung

    Anders als die private Krankenvollversicherung ist die Zusatzversicherung zum Krankentagegeld relativ einfach gestrickt und kann durchaus online abgeschlossen werden. Um eine im Preis-Leistungs-Verhältnis möglichst günstige Versicherung zu finden, sollte unser Portal besttarif.org für einen Versicherungsvergleich genutzt werden.

    Am besten ist es, sich unterschiedliche Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen und die Versicherung dann bei dem Versicherungsunternehmen abzuschließen, das die besten Konditionen bietet.

    Achten Sie darauf, dass der Vertrag es möglich macht, den Krankentagegeldtarif bei gestiegenem Einkommen zu erhöhen, ohne dass eine neue Gesundheitsprüfung notwendig wird.

    8. Mit der Krankentagegeldversicherung Einkommensverlusten entgegenwirken

    Wie bereits ausführlich dargestellt, ist die private Krankentagegeldversicherung ein „MUSS“ für alle Selbstständigen und Freiberufler, wenn sie eine entsprechende finanzielle Absicherung für Einnahmeausfälle bei längerer Krankheit haben wollen. Für Arbeitnehmer kann die private Krankentagegeldversicherung sinnvoll sein, wenn selbst geringere Einkommensverluste zu Liquiditätsengpässen oder Zahlungsschwierigkeiten bei bestehenden Verpflichtungen führen. Allerdings ist hier das Preis-Leistungs-Verhältnis zu prüfen und in Erwägung zu ziehen, solche möglichen Einkommensverluste über vorhandene Rücklagen auszugleichen. Nicht in jedem Fall ist es sinnvoll, in eine Versicherung zu investieren, da die zu zahlenden Beiträge bei Nichtinanspruchnahme nicht rückerstattet werden.


    Durch das Absenden der Daten via "Anfrage" Button stimme ich ein, dass mich ein relevanter Versicherungsmakler im Auftrag von Besttarif kontaktieren darf um mich unverbindlich zum Thema Krankentagegeldversicherung zu informieren.
    captcha
    100% Datenschutz - Bei uns sind Ihre Daten sicher
    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

    (3,39) 718 Bewertungen