Brandversicherung

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Inhalt dieses Artikels

    Die Brandversicherung für bestehende Gebäude ist auch unter der Bezeichnung Feuerversicherung bekannt. Bei einer Brandversicherung handelt es sich um eine Absicherung für den Fall, dass das versicherte Gebäude durch Feuer beschädigt oder sogar komplett vernichtet wird. Brandversicherungen werden von den meisten am Markt vorhandenen Versicherungsunternehmen angeboten. Die Brandversicherung ist im Rahmen der Gebäudeversicherungen ein sehr wichtiger Teilbereich. Zum Abschluss einer Brandversicherung sind die Hausbesitzer in Deutschland nicht mehr zwingend verpflichtet. In anderen Ländern kann dies anders geregelt sein. So ist es für Schweizer Immobilienbesitzer obligatorisch, dass sie eine Brandversicherung für ihr Eigentum vorweisen müssen. Jeder Hausbesitzer, der einen Kredit bei einer Bank oder Bausparkasse für die Finanzierung seines Anwesens aufgenommen hat, wird von dem Kreditgeber beauftragt, vor der Auszahlung der geliehenen Summe eine Brandversicherung abzuschließen. Andernfalls wird der Kreditgeber keine Zusage geben, dass der gewünschte Betrag für die Finanzierung der Immobilie gewährt wird. Doch auch ohne die Forderungen bei einer Fremdfinanzierung sollten sich Bauherren und Käufer einer Immobilie direkt nach dem Erwerb eines Gebäudes mit einer Brandversicherung gegen die schweren finanziellen Einbußen im Falle eines Brandes absichern.

    1. Die Geschichte der Brandversicherung

    Über viele Jahrhunderte gab es die Pflicht für Hauseigentümer, sich mit dem Abschluss einer Versicherung gegen die Folgen von Bränden abzusichern. Der Hintergrund der Brandversicherung ist, dass sich der Besitzer einer Immobilie, die durch Feuer zu Schaden gekommen ist, die Beseitigung der Brandschäden oder sogar den Wiederaufbau des abgebrannten Hauses selten leisten kann. Die Geschichte der ersten Brandversicherungen lässt sich bis in das Mittelalter zurückverfolgen. Die Menschen zogen damals verstärkt vom Land in die Städte. Die Bebauung in den damaligen städtischen Regionen verdichtete sich immer stärker. Im Mittelalter wurden viele der Häuser aus Holz gebaut. Die Menschen kochten und heizten in ihren Häusern, indem sie im Kamin ein offenes Feuer unterhielten. Bereits bei einer kleinen Unachtsamkeit geriet das Haus in Brand. Doch durch die enge Bebauung aus Holz, Brandmauern waren damals in den einfachen Häuschen noch unbekannt, breitete sich das Feuer rasend schnell auf ganze Stadtviertel aus. Es gibt Berichte, dass durch ein einziges Feuer die ganze Stadt abbrannte. Sowohl in kleineren Städten als auch in Großstädten gab es immer wieder verheerende Zerstörungen durch kriegerische Einwirkungen, aber auch durch ein außer Kontrolle geratenes Feuer einer einzelnen Kochstelle. Auch in den Dörfern brannten immer wieder ganze Höfe ab. Dabei war sehr oft nicht nur der Verlust des Gebäudes zu beklagen. Bei den schweren Bränden verloren auch viele Menschen ihr Leben.

    Die Eigentümer der abgebrannten Gebäude konnten es sich nur in seltenen Ausnahmefällen leisten, ihr Haus wieder aufzubauen und neu anzufangen. Viele Brandopfer des Mittelalters verloren ihr Zuhause und verarmten ohne Dach über dem Kopf.

    Es gibt den Bericht, dass im Jahr 1537 in einem Dorf in Schleswig-Holstein der erste Feuerversicherungsverein als Vorläufer unserer heutigen Brandversicherung gegründet wurde. In dem Wissen, dass jedes Haus von einem Brand betroffen sein und damit für den Eigentümer den finanziellen Ruin bedeuten kann, wurden nur einige Jahre später die sogenannten Brandgilden in verschiedenen Städten gegründet.

    Die Idee des solidarischen Zusammenhaltes im Falle eines Brandes entwickelte sich weiter. Die erste Versicherung in unserem heutigen Verständnis wurde im Jahr 1623 gegründet. Sie ging als „Tiegendorfer Brandordnung“ in die Geschichte der Brandversicherung ein. In der Mitte des 18. Jahrhunderts gab es bereits viele sogenannte Brandkassen und Feuersozietäten. Von den Behörden wurden ebenfalls öffentliche Feuerversicherungsanstalten ins Leben gerufen. Die Hausbesitzer waren nun verpflichtet, in diese Brandversicherungen ihren Anteil einzuzahlen. In Deutschland gab es bis in das Jahr 1994 hinein die Feuerversicherungspflicht, und damit den Zwang, eine Brandversicherung abzuschließen. Bis in die Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein hatten die Versicherungen eine regionale Monopolstellung bei der Brandschutzversicherung. Ebenfalls im Jahr 1994 wurde dieses Monopol durch Gesetze zur Deregulierung der Brandversicherung aufgehoben.

    2. Welche Schadensfälle sind durch eine Brandversicherung abgedeckt?

    Die Brandversicherung soll den Versicherungsnehmer in erster Linie vor den finanziellen Folgen eines Brandes am und im versicherten Gebäude schützen. Die genauen versicherten Leistungen und die Deckungssumme, die im Schadensfall höchstens ausgezahlt werden soll, sind im Versicherungsvertrag genau beschrieben. Nur was in den Bedingungen für den Versicherungsvertrag schriftlich niedergelegt wurde, hat bei einer eventuellen Regulierung eines Feuerschadens durch die zuständige Brandversicherung eine Bedeutung. Im Laufe der Vertragslaufzeit der Brandversicherung können der Versicherungsnehmer und das Versicherungsunternehmen durch gegenseitige Absprache die Leistungen der Brandversicherung und anderer Bestandteile der Gebäudeversicherungen erweitern. Auch können im Laufe der Jahre sich die versicherten Werte im Geldwert verändern. Deshalb kann es notwendig sein, ab und zu die versicherte Summe in der Brandversicherung zu überprüfen und bei Bedarf eine Anpassung vorzunehmen. Die Deckungssumme bei einer Brandversicherung kann nur in Anspruch genommen werden, wenn der Schaden tatsächlich durch einen Brand verursacht wurde. Der Grund für ein Feuer kann beispielsweise eine vergessene brennende Kerze sein. Das offene Feuer kann jedoch auch durch einen Blitzschlag oder eine technische Fehlfunktion eines Gerätes ausgelöst werden. Dann deckt die Brandversicherung den Schaden ab. Der Versicherungsnehmer einer Brandversicherung ist auch gegen die Folgen von Brandstiftung abgesichert. Sollte jedoch der Versicherungsnehmer selbst der Brandstifter sein, der mit Vorsatz den Brand gelegt hat, muss die Brandversicherung keine Deckung des entstandenen Schadens übernehmen. Überhaupt wird die Brandversicherung im Falle einer Brandstiftung versuchen, die an ihren Versicherten ausgezahlte Deckungssumme von dem Brandstifter zurückerstattet zu bekommen. Sollte der Brand fahrlässig durch Dritte verursacht worden sein, wird die Brandversicherung den entstandenen Schaden ebenfalls regulieren. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit haben viele Versicherer, die eine Brandschutzversicherung anbieten, die Begleichung des Schadens, ausgelöst durch ein Feuer, in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen.

    3. Was ist der Unterschied zwischen einer Gebäudeversicherung und einer Brandversicherung?

    Während bei einer reinen Brandversicherung nur Schäden, die durch ein offenes Feuer verursacht wurden, abgedeckt sind, ist der Versicherungsumfang bei einer Gebäudeversicherung weiter gefasst. Neben den Leistungen der Brandversicherung sind in der Gebäudeversicherung auch Schäden versichert, die durch Sturm, Hagel und durch Leitungswasserschäden, wie sie beispielsweise durch einen Rohrbruch entstehen können, verursacht werden. Im Rahmen einer Gebäudeversicherung können noch weitere Risiken für die Immobilie abgesichert werden. Dazu zählen Elementarschäden und Schäden, die durch elektrische Überspannung entstehen können. Zu den sogenannten Elementarschäden zählen Beschädigungen am Haus, die durch ein Erdbeben verursacht wurden. Auch Schäden durch Überschwemmungen oder einen Erdrutsch gehören zu den Elementarschäden. Neben der Brandversicherung sollte sich der Hausbesitzer deshalb genau mit den Möglichkeiten der Absicherung innerhalb einer Gebäudeversicherung beschäftigen, um wirklich die Risiken zu besichern, die am Standort des Gebäudes drohen könnten. Wenn es tatsächlich einmal zu einem Schadensfall kommen sollte, ist es von einem unschätzbaren Vorteil, wenn eine Versicherung für die Kosten der Wiederherstellung der Immobilie einspringt.

    Durch den Abschluss einer Brandversicherung oder einer kompletten Gebäudeversicherung werden nur die Schadensfälle reguliert, die in der Versicherung vereinbart wurden. Wichtig ist beispielsweise darauf zu achten, dass neben dem Versicherungsobjekt eventuell vorhandene Nebengebäude im Versicherungsvertrag einer Brandversicherung oder Gebäudeversicherung mit aufgeführt sind. Nur dann genießen auch die Nebengebäude den Versicherungsschutz. Als Hausbesitzer sollte man sich immer wieder einmal die Unterlagen der bestehenden Brandversicherung oder Gebäudeversicherung zur Hand nehmen und den Umfang der Versicherung überprüfen. Werden Lücken im Versicherungsschutz festgestellt, kann jederzeit eine Anpassung der Versicherungsleistungen vorgenommen werden.

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