Wohngebäudeversicherung

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Inhalt dieses Artikels

    Die Wohngebäudeversicherung ist zweifellos eine der wirklich notwendigen Versicherungen. Sie war früher Pflicht für jeden Hausbesitzer, heute längst nicht mehr. Damals wurde viel mehr mit leicht brennbaren Materialien gebaut (vor allem Bauernhöfe), man hatte überall noch Holz- und Kohleöfen in der Wohnung – dadurch brannte es häufiger und oft bis auf die Grundmauern. Das war meist existenzvernichtend für ganze Familien. Um das zu verhindern, wurde die Wohngebäudeversicherung Pflicht, ursprünglich als reine Gebäudebrandversicherung. Die heutigen Wohngebäudeversicherungen decken aber bei weitem nicht nur Gebäudeschäden durch Feuer ab, das Angebot ist viel weitreichender.

    1. Wozu brauche ich eine Wohngebäudeversicherung?

    Seit etlichen Jahren ist die Wohngebäudeversicherung keine Pflichtversicherung mehr, jeder Hausbesitzer kann sich dafür oder dagegen entscheiden. Sich gegen eine Wohngebäudeversicherung zu entscheiden, sollte aber gut überlegt sein. Ein Hausbrand mit Totalschaden ist glücklicherweise kein alltägliches Ereignis. Trotzdem – für den, den es trifft, ist es natürlich immer eine Katastrophe. Ohne Wohngebäudeversicherung hat man den Schaden selber zu tragen – alles, was man sich aufgebaut hat, ist verloren. Wenn noch Schulden auf dem Gebäude sind, hat man diese abzubezahlen, obwohl das Gebäude nicht mehr nutzbar oder gar nicht mehr vorhanden ist. Selbst wenn ein Haus nur teilweise beschädigt ist, kann die Reparatur leicht die finanziellen Möglichkeiten des Besitzers übersteigen. Hat man aber eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, ersetzt diese den Schaden. Und zwar in der Höhe, die eine Reparatur oder ein Neubau heute kostet. Das heißt: Wenn ein Haus zum Beispiel vor 20 Jahren 300.000 Euro gekostet hat und heute wegen gestiegener Material- und Lohnkosten 400.000 Euro kosten würde, würde man 400.000 Euro von der Versicherung für den Wiederaufbau nach einem Totalschaden bekommen.

    2. Was ist alles durch die Wohngebäudeversicherung versichert?

    Grundsätzlich sind bei einer guten Wohngebäudeversicherung Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Explosion und Implosion versichert. Ebenso wie Brandschäden sind Schäden durch Leitungswasser recht häufig. Danach ist es meistens notwendig, Wände und Zimmerdecken zu trocknen (durch einen Fachbetrieb mit geeigneter Ausrüstung), um weitere Gebäudeschäden durch Feuchtigkeit und Schimmel zu verhindern. Anschließend muss eventuell Holzdecke und / oder Bodenbelag ausgetauscht werden und eine neue Tapete wird auch notwendig. Das kann schnell für nur einen Raum mehrere tausend Euro kosten.

    Des weiteren sind in der Wohngebäudeversicherung Schäden durch Blitzschlag, Sturm und Hagel versichert. In den letzten Jahren hat die Häufigkeit und Stärke von Unwettern deutlich zugenommen. Nach Voraussagen von Wetterexperten wird das nicht besser, eher das Gegenteil könnte der Fall sein. Das Wetter ist unberechenbar und es ist absolut unmöglich, ein Gebäude vor Unwetter zu schützen. Jeder von uns kennt die Bilder von Landstrichen, die durch Sturm und Hagel verwüstet wurden. Zerstörte Dächer, Hausfassaden, Solar- und Photovoltaik-Anlagen – in kürzester Zeit sind für die Wohngebäudeversicherungen Schäden in Millionenhöhe entstanden. Für den einzelnen betroffenen Hausbesitzer kann solch ein Ereignis ohne Wohngebäudeversicherung zu einer finanziellen Belastung werden, die nicht mehr zu bewältigen ist.

    3. Sehr empfehlenswert - weitere Elementarschäden zusätzlich mitversichern

    Unter Elementarschäden versteht man außer oben genannten Unwetterschäden Schäden durch Ereignisse wie Erdbeben, Erdrutsch, Erdsenkung, Vulkanausbruch, Überschwemmung, (Wasser-)Rückstau (z. B. wenn bei starken Regengüssen das Wasser nicht abfließt, sondern durch die Abwasserrohre ins Haus zurück gedrückt wird und hier eine Überschwemmung verursacht). Des weiteren Lawinen und Schneedruck (nasser Schnee auf dem Dach kann so schwer werden, dass das Dach eingedrückt wird oder gar einstürzt). Je nach Gegend kommen manche Ereignisse gar nicht vor, manche häufiger. Da muss man abwägen, was notwendig ist. Wenn man in einem Gebiet wohnt, das als Erdbebenzone eingestuft ist, ist es sehr ratsam, Elementarschäden bei der Wohngebäudeversicherung (gegen etwas höheren Beitrag) mitzuversichern.

    4. Eine sehr wichtige Neuerung bei der Wohngebäudeversicherung

    Seit kurzem sind sogar (nur bei neueren Wohngebäudeversicherungs-Verträgen) Schäden, hervorgerufen durch grobe Fahrlässigkeit, versichert. Unter grober Fahrlässigkeit versteht man, wenn jemand zum Beispiel einen Adventskranz anzündet und unbeaufsichtigt lässt oder in der Küche vergisst den Herd auszuschalten und aus dem Haus geht – in beiden Fällen kann ein Brand die Folge sein. Auch Waschmaschinen oder Geschirrspülmaschinen unbeaufsichtigt laufen zu lassen gilt als grob fahrlässig, da diese eine Überschwemmung verursachen können, wenn sie nicht richtig funktionieren. Durch Anwesenheit und schnelles Eingreifen kann man natürlich solche Schäden verhindern oder die Ausmaße in Grenzen halten. Aber wie leicht passiert es, dass man nicht mehr daran denkt, dass noch ein Haushaltsgerät in Betrieb ist oder die Kerze auf dem Tisch noch brennt – man verlässt das Haus oder schläft auf dem Sofa ein… Vor solchen Missgeschicken ist niemand sicher. Diese Dinge gelten als grobe Fahrlässigkeit und Schäden durch grobe Fahrlässigkeit ersetzte früher die Wohngebäudeversicherung nicht. Das ist heute in einem neuen Vertrag mit einer guten Wohngebäudeversicherung nicht mehr so, jetzt sind auch fahrlässig verursachte Schäden versichert.

    Wer noch einen alten Versicherungsvertrag bei einer Wohngebäudeversicherung hat (älter als 3 – 5 Jahre), sollte diesen unbedingt auf den neuesten Stand bringen lassen, bzw. den alten Vertrag kündigen und einen neuen (zu deutlich besseren Bedingungen für den Versicherten) abschließen.

    5. Welche Gebäude und Gebäudeteile sind durch die Wohngebäudeversicherung abgesichert?

    Versichert ist das Haus (Hauptgebäude), Garagen und Carports werden von einer guten Wohngebäudeversicherung beitragsfrei mitversichert, ebenso wie freistehende kleine Nebengebäude (z. B. Gartenhaus). Diese Nebengebäude dürfen nicht für gewerbliche oder landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Wasserrohre auf dem Grundstück sind bis Grundstücksgrenze ebenfalls durch die Wohngebäudeversicherung versichert. Des weiteren sind alle fest mit dem Gebäude verbundenen Teile durch die Wohngebäudeversicherung mitversichert. Das sind z. B. die Einbauküche und Einbauschränke (nicht aber der Inhalt der Schränke, dieser kann über die Hausrat-Versicherung versichert werden), Markisen, Rollläden, Jalousien. Achtung: Nicht bei der Wohngebäudeversicherung versichert sind Glasscheiben, hier ist eine separate Glasversicherung abzuschließen.

    6. Gehobene Bauausstattung

    Üblicherweise deckt die Wohngebäudeversicherung nur die gängige, durchschnittliche Ausstattung eines Hauses ab. Kunden mit gehobener Ausstattung wären hier unterversichert. Gegen Aufpreis kann mitversichert werden: teure Fußböden und Fußbodenheizungen, Außenfassaden-Verkleidungen, Hausdächer, Schwimmbad, Sauna, Whirlpool, Klimaanlage, Solar- und Photovoltaik-Anlagen.

    7. Wie errechnet sich der Beitrag?

    Der Beitrag richtet sich nach der Gebäudegröße (Wohnfläche in Quadratmeter). Im Vertrag der Wohngebäudeversicherung sollten mindestens folgende Schäden versichert sein: durch Feuer, Leitungswasser, Explosion und Implosion, Blitzschlag, Sturm, Hagel und grobe Fahrlässigkeit. Und zwar ohne Aufpreis und ohne Eigenbeteiligung. Diverse Versicherungsunternehmen bieten sehr günstige Beiträge an, wenn man außer Wohngebäudeversicherung noch Hausrat- und Haftpflichtversicherung bei ihnen abschließt.

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